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Energiekonzept für die künftige Ortsmitte

Klimaneutralität ist machbar

Reckenfeld

Superchance Solar: Würde das Solar-Potenzial im künftigen Baugebiet Ortsmitte Reckenfeld komplett ausgeschöpft, so könnten rechnerisch 200 Prozent de CO

Oliver Hengst

Im Siegerentwurf für die Ortsmitte waren zum Teil noch Pultdächer vorgesehen Foto: Stadt Greven

Die Energieversorgung des künftigen Baugebietes in der Reckenfelder Ortsmitte stand auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Der Reckenfelder Bezirkssauschuss hatte sich bereits eingehend mit dem Thema befasst, aber keinen Beschluss gefasst. Daran hat auch die Sitzung des Planungsausschusses nichts geändert. Ein Beschluss soll nachgeholt werden, wenn beide Ausschüsse am 1. Juli zu einer gemeinsamem Sitzung zusammenkommen.

Im Kern geht es um die Frage, wie das Baugebiet mit Energie versorgt werden soll. Aufgrund zahlreicher Fragen und einer langen Diskussionen im Reckenfeld-Ausschuss war die Stadtverwaltung nun besonders um Klarheit bemüht. „Wir möchten das noch mal pointiert darstellen“, sagte Stadtplaner Hinnerk Willenbrink.

Eine zentrale Botschaft: Die Stadtwerke werden wohl keine Gasleitung ins neue Viertel verlegen. Somit bleiben den Bauherren eigentlich nur Umweltwärme (Luft, Erde, Grundwasser) und/oder Pelletheizungen als Alternative übrig.

Durch die Vorgabe, dass nach KfW55-Standard gebaut werden müsse, reduziere man den Energiebedarf schon erheblich, ohne dass dies das Budget der Bauherren allzu arg strapaziere. Zudem schreibe man Photovoltaikanlagen vor. Würde das Solar-Potenzial des Viertels komplett ausgeschöpft, so könnten rechnerisch 200 Prozent de CO-Ausstoßes, der durch Wärme entsteht, wieder kompensiert werden. Durch Klimaschutzziele von Kreis, Land, Bund und EU werde jener Strom, der über die PV hinaus aus dem Netz bezogen werde, „perspektivisch klimaneutral“.

Angela Makowka vom städtischen Fachdienst Umwelt rechnete vor, dass man schon mit einer PV-Anlage mit 1,6 KwP Leistung klimaneutral unterwegs sei, wenn die Wärme mittels einer Wärmepumpe gewonnen werde. „Im Grunde erreichen wir mit dem, was wir vorschlagen, schon fast eine Neutralität, wie Sie sie wünschen“, erklärte sie den Ausschussmitgliedern. In der Reckenfeld-Sitzung hatte es Kritik an der Vorgabe gegeben, dass PV-Anlagen pro Haus nur mindestens 1 KwP leisten müssen. Vielen erschien das viel zu wenig.

Auf Nachfrage erläuterte Willenbrink, dass Solarthermie (also Warmwasser via Sonnenkollektoren) nicht ausgeschlossen sei. Denkbar sei etwa die Kombination aus Solarthermie und Pelletheizung. Beides brauche jedoch Platz, die Solarthermie in Form eines Warmwasserspeichers. Insofern sei diese Lösung nicht sehr wahrscheinlich, aber eben auch nicht ausgeschlossen.

Ein Gebäude im neuen Viertel „muss sich energietechnisch selbst tragen“, forderte Ulrich Stratmann (Unser Greven). Das Nutzen erneuerbarer Energien müsse verbindlich vorgeschrieben werden, nicht jedoch die konkrete Technik, die zum Einsatz kommen soll. „Wir sollten den Bauherren alle Freiheiten lassen, nur das Ziel muss klar vorgegeben werden“, erläuterte er seine Weg zur Klimaneutralität.

Die Fraktionen wollen die Zeit bis zum 1. Juli nun nutzen, um sich intensiv mit der komplexen Materie zu befassen und dann einen Beschluss zu fassen.

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