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Erfolgreiche Qualifizierung zur Pflegefachkraft

Halbes Jahr Ausbildung: Der Kraftakt wird belohnt

Greven/Nordwalde

Gerlinde Bonaus war Schneiderin, Elisabeth Wieczorek machte eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Auf unterschiedlichem Wege landeten die beiden schließlich in der Altenpflege und haben jetzt nach nur einem halben Jahr ihre Ausbildsung zur Altenpflegerin abgelegt.

Vera Szybalski

Elisabeth Wieczorek (2.v.l.) und Gerlinde Bonaus (2.v.r.) haben die Qualifizierung zur Pflegefachkraft erlangt. Dazu gratulierten (v.l.): Dr. Susanne Sünderkamp (Geschäftsführerin), Kerstin Kieseler-Apitz (Leiterin des St. Gertrudenstifts) und Maria Hugenroth (ambulante Pflegedienstleiterin St.-Augustinus-Altenzentrum). Foto: vera

Gerlinde Bonaus war Schneiderin, Elisabeth Wieczorek machte eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Auf unterschiedlichem Wege landeten die beiden schließlich in der Altenpflege. „Ich dachte, ich mache das nur drei, vier Jahre“, sagte Wieczorek, die in der stationären Pflege des St. Gertrudenstifts in Greven arbeitet. „Aus drei, vier Jahren sind dann 18 geworden.“

Ebenfalls seit langer Zeit, genauer gesagt seit 14 Jahren, arbeitet Gerlinde Bonaus in der ambulanten Pflege im St.-Augustinus-Altenzentrum. Eine Ausbildung zur Pflegefachkraft hatten beide nicht. Seit dem 1. April sind sie aber Pflegefachkräfte – dank eines Modellprojekts, einer Kraftanstrengung der beiden Frauen und Unterstützung des Arbeitgebers.

Innerhalb eines halben Jahres haben Wieczorek und Bonaus die Qualifizierung zur Pflegefachkraft erlangt. Es ist der gleiche Abschluss wie nach einer dreijährigen Ausbildung. Wieczorek und Bonaus haben an dem Modellprojekt „Valinda“ teilgenommen, das für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer mit langer Berufserfahrung im Bereich der Altenpflege an drei Standorten in Nordrhein-Westfalen umgesetzt wurde. Fünf Jahre Berufserfahrung auf eine Vollzeitstelle gerechnet, eine Empfehlung des Arbeitgebers und ein aktuelles Anstellungsverhältnis mit mindestens halber Stelle gehörten zu den Voraussetzungen.

Der Teilnahme seien „intensive Gespräche und Checklisten“ vorausgegangen, sagte Dr. Susanne Sünderkamp, Geschäftsführerin der katholischen Seniorenheime in Nordwalde, Reckenfeld und Greven. Für Gerlinde Bonaus und Elisabeth Wieczorek hat sich der Aufwand gelohnt: Sie gehörten zu den 48 Absolventen, denen NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einer virtuellen Veranstaltung zu ihrem Abschluss gratulierte.

Sünderkamp übermittelte Bonaus und Wieczorek ihren Respekt und ihre allerherzlichsten Glückwünsche. „Das ist eine großartige Leistung“, sagte Sünderkamp, die wie Kerstin Kieseler-Apitz, die Leiterin des St. Gertrudenstifts, und Maria Hugenroth, die ambulante Pflegedienstleiterin im St.-Augustinus-Altenzentrum, hofft, dass das Projekt „Valinda“ wiederholt wird. Noch sind in den Seniorenheimen aber auch Stellen frei für alle, die eine Ausbildung machen möchten. Eine Abkürzung dafür stellt das Modellprojekt nicht dar.

Für Gerlinde Bonaus ist es eine Win-win-Situation gewesen: „Das Haus hat was davon und für uns als Mitarbeiterinnen ist es auch toll, dass wir das machen konnten.“ Bonaus war von Maria Hugenroth angesprochen worden, ob sie an dem Projekt teilnehmen wolle. Elisabeth Wieczorek war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, als Kerstin Kieseler-Apitz ihr von dem Projekt erzählte.

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