1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. „Das ist richtig toll geworden“

  8. >

Angelverein auf dem Weg zum 1000. Mitglied

„Das ist richtig toll geworden“

Greven

Tolles Emsufer, Mitgliederzuwachs trotz Corona – für den Angelsportverein läuft es derzeit gut. Vorsitzender Borgmann hat auch eine klare Meinung zur Zukunft der Grevener Beach.

Günter Benning

Angler-Vorsitzender Heinz-Jürgen Borgmann zeigt auf die renaturierte Ems am Gelände des Grevener Vereins. Foto: Günter Benning

Angeln. Das ist Heinz-Jürgen Borgmanns Leidenschaft seit seiner Jugend. „Aber in diesem Jahr bin ich nur einmal dazu gekommen“, sagt der Vorsitzende des Grevener Angelsportvereins (ASV) bei einem Spaziergang am Ufer der Ems. Es war einfach zu viel los.

„Wir haben in der Corona-Zeit sogar neue Mitglieder gewonnen“, sagt Borgmann. Vermutlich ein Alleinstellungsmerkmal in der Vereinswelt. Demnächst wird die 1000er-Marke übersprungen. Weil mittlerweile knapp 50 Jugendliche mitangeln, wurde die Zahl der Jugendwarte von zwei auf drei erhöht. Und das Hobby in der freien Natur, bei Wind und Wetter, reizt mittlerweile nicht nur Männer: „Die Zahl der Anglerinnen im Verein nimmt auch zu.“

Anglerheim macht weiter

Borgmann geht die Treppen vom Anglerheim an der Schützenstraße hinunter ans neue Emsufer. Vor der Corona-Krise hatten André Brüggemann, Vincent Verfers und Robin Zurbrüggen die Bewirtschaftung der Angler-Location übernommen. Dort sollten Feieren stattfinden, Radler einen Anlaufpunkt haben. Die Pandemie stoppte die Pläne. „Aber wir hoffen“, so Borgmann, „dass es im Sommer weitergehen kann.“ Mit den Pächtern jedenfalls habe man sich gut arrangiert.

Jetzt steht er auf dem Weg an der Ems. Früher lief der Fluss hier wie ein Kanal vorbei. Gleichmäßige Ufer, gerade Linien, die Folge einer Begradigung, die in den 30er Jahre begonnen hatte, als der ASV gegründet wurde.

Besuch beim Grevener Angelverein an der renaturierten Ems. Foto: Günter Benning

Jetzt ist alles anders. Die Böschung gegenüber hat eine natürliche Abbruchkante, die Ufer bilden flache Buchten, im Wasser liegen Bäume und Steine. „Das ist richtig toll geworden“, sagt Borgmann. Und dabei verweist er darauf, dass die Renaturierung der Bezirksregierung in enger Zusammenarbeit mit seinem Verein erfolgt ist. Da habe man auch mal Angelrechte getauscht, um die Maßnahmen in anderen Flussbereichen zu ermöglichen.

Renaturierung gelungen

Aus Anglersicht ist das Gewässer eine Wucht. „Es gibt jetzt viel mehr Laichflächen für die Fische“, sagt Borgmann, „das wirkt sich auf die Bestände aus.“ Das Wasser der Ems hat sowieso in den vergangenen Jahren deutlich an Qualität gewonnen. Zander, Aale, Weißfische, Schleien und Karpfen schwimmen dort. Sogar Forellen, die klares Bachwasser brauchen, fühlen sich hier wohl.

Besuch beim Grevener Angelverein an der renaturierten Ems. Foto: Günter Benning

Und derzeit gibt es auch genug Wasser. Im vergangenen Jahr hatte Dürre dazu geführt, dass zum Beispiel die Fischtreppen in Schmedehausen trocken gefallen sind. Trotz Rettungsaktion konnten die Angler nicht viel ausrichten. Zahlreiche Fische erstickten.

Traurig ist Borgmann darüber, dass das Regenrückhaltebecken an der Overmannstraße im Grevener Süden mit einem Zaun abgesperrt ist. „Dort konnten bisher auch Mitglieder mit Gehbehinderung gut angeln“, sagt er. Trotzdem verstehe er die Argumente der Stadt, die auf die steile Böschung und die Gefahren für Kinder aus der Wöstensiedlung hingewiesen hatte.

Behindertengerecht angeln

Die gute Botschaft: Am Gertrudensee – Richtung Telgte – baut der ASV eine behindertengerechte Angelstelle, mit Fördermitteln vom Land. „Viele Mitglieder“, sagt der Vorsitzende, „treten ja erst im Alter wieder bei uns ein.“ Angeln – ein Hobby für alle Generationen.

Besuch beim Grevener Angelverein an der renaturierten Ems. Foto: Günter Benning

Am idyllischen Ufer der Ems weist Borgmann darauf hin, dass es hier um geschützten Naturraum geht. Baden am Strand – das ist unerwünscht. Und gegen Autofahrer, die den Flussuferweg befahren, hat der Verein neulich Sperren eingesetzt und einen Zaun gebaut.

Gerade deswegen hat Borgmann allerdings auch eine klare Meinung zur Zukunft der Beach, die sich nicht mit der Haltung des NABU deckt: „Der Beach gehört zu Greven und soll bleiben – wir haben genug Ausgleichsflächen.“

ASV-Gewässer Das sind die Gewässer, die dem Angelverein gehören oder von ihm gepachtet sind: Grainsee (Ladbergen), Sonnenhügel-See (Lengerich), Nöttler-See (Ladbergen), Saerbecker Mühlenteich, Franz-Felix-See (Greven), Regenrückhaltebecken Overmannstraße (Greven), Luhnsteich (Reckenfeld), Gertrudensee (Greven), Ems von Flusskilometer 0,0 bis km 14,2 in Greven.www.asv-greven.de/gewaesser/

Startseite