1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-steinfurt
  6. >
  7. 41-Jähriger muss für ein halbes Jahr ins Gefängnis

  8. >

Diebstahl im DOC

41-Jähriger muss für ein halbes Jahr ins Gefängnis

Ochtrup/Steinfurt

Weil er im Outlet-Center in Ochtrup hochwertige Kleidung im Wert von über 400 Euro gestohlen hat, musste sich ein 41-jähriger Mann aus Waren am Montag vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Die Richterin verhängte eine Haftstrafe.

Norbert Hoppe

Ein Warendorfer hat im DOC Kleidung gestohlen. Jetzt saß er deswegen auf der Anklagebank des Amtsgerichts Steinfurt. Foto: dpa

Eine Aussetzung der verhängten Freiheitsstrafe zur Bewährung wollte die Richterin am Montag beim Amtsgericht Steinfurt dem Angeklagten nicht mehr gewähren. Stattdessen muss er eine sechsmonatige Haft antreten.

Angeklagt war ein 41 Jahre alter Mann, der zur Zeit in Warendorf wohnt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, am 3. Dezember des vergangenen Jahres in einem Bekleidungsgeschäft im DOC einen Pullover, eine Hose und eine Jacke im Wert von 437 Euro gestohlen zu haben. Der Angeklagte gab seine Tat ohne Umschweife so-fort zu. Er sei nur wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.

Da er noch keine Wohnmöglichkeit gefunden hatte, habe er auf der Straße gelebt, schilderte er dem Gericht seine damalige Lebenssituation. Er verfügte zu dieser Zeit über keine finanziellen Mittel und litt unter der Kälte. Da habe er sich beim Besuch bei einem Bekannten in Ochtrup dazu entschlossen, sich durch einen Diebstahl warme Kleidung zu verschaffen. Warum er ausgerechnet sehr hochwertige Sachen gestohlen hatte, vermochte der Angeklagte nicht schlüssig zu begründen. „Ich brauchte warme Kleidung und habe einfach genom-men, was mir gefiel“, sagte er aus. Auf die Preise habe er überhaupt nicht geachtet.

24 Einträge im Register

Der Auszug aus dem Bundeszentralregister wies in den vergangenen Jahren 24 Eintragungen aus, viele davon einschlägig. Aber auch Drogendelikte mit Heroin und Kokain waren im Register aufgeführt, die mehrfach mit Freiheitsstrafen geahndet wurden, die er auch im Gefängnis verbüßen musste.

Auf Nachfrage der Richterin bezeichnete sich der Angeklagte als abhängig von harten Drogen. Er habe jedoch in Warendorf, wo er seit etwa drei Monaten bei seiner Freundin wohnt, Kontakt zu einer Beratungsstelle aufgenommen mit dem Ziel, möglichst bald eine Therapie antreten zu können.

Der Staatsanwalt beantragte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden solle. Die einschlägigen Vorstrafen, die extrem hohe Rückfallgeschwindigkeit und nicht zuletzt die Drogenabhängigkeit ließen eine positive Sozialprognose nicht zu.

Angeklagter bittet um Bewährungsstrafe

Der Angeklagte bat in seinem letzten Wort um eine Bewährungsstrafe. Das Strafmaß hielt er für angemessen. Er bemühe sich darum, ein neues Leben zu beginnen. Er sei aus Münster weggezogen, um die verhängnisvollen Kontakte zur Drogenszene abzubrechen. Die angestrebte Suchttherapie und einige Bewerbungen um eine Arbeitsstelle wertete er selbst als Zeichen dafür, dass es ihm mit seinen Vorsätzen ernst sei. Zudem finde er bei seiner Freundin Rückhalt und Unterstützung, beteuerte er vor dem Gericht.

Mit ihrem Urteil entsprach die Richterin dem Antrag des Staatsanwaltes und ver-hängte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung. Sie sehe zwar einige Bemühungen, aber noch keine tiefgreifende Veränderung der Lebensumstände, so dass sie eine Bewährung nicht für zielführend halte, hieß es in der Urteilsbegründung.

Startseite