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Leih-Leezen zwischen Park-and-Ride-Parkplatz und Bahnhof

Rad-Shuttle startet ein zweites Mal

Bösensell

Das Projekt „Sendener Leihrad“ unternimmt einen zweiten Anlauf: Nutzer sollen erneut die Möglichkeit erhalten, sich zwischen Park-and-Ride-Parkplatz und Bahnhof auf die Fahrräder zu schwingen, um schneller ans Ziel zu gelangen. Dabei waren viele Leezen nach dem ersten Start beschädigt worden.

Dietrich Harhues

Zweiter Versuch: Wolfgang Dropmann (l.) und Bernd Lieneweg von der Agenda-21-Gruppe Senden stellen die vier Leihräder am Park-and-Ride-Parkplatz auf. Foto: di

Jede Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Lücken in der Logistik schließt das „Sendener Leihrad“ – ein Projekt, das jetzt wieder am Park-and-Ride-Parkplatz und am Bahnhof in Bösensell gestartet worden ist. Der Weg zwischen diesen beiden Standorten ist zu Fuß etwas lang, mit der „Fiets“ aber ein Klacks. Wer also beispielsweise das üppige Schnell- und Expressbus-Angebot nutzen will, um in den Zug zu steigen, der kann mit den Leih-„Leezen“ die letzte Meile flott überwinden.

Diese Idee von Agenda-21-Gruppe, Flüchtlingshilfe Senden (die sich beteiligte, die Räder aufzubereiten) und Gemeinde fand auch in der Politik einhellige Unterstützung. Allerdings wurden Unkenrufe, die Drahtesel könnten zu Opfern von Vandalismus werden, ebenfalls bestätig. Nachdem von den im Dezember 2020 aufgestellten acht Fahrrädern bereits im Februar kaum noch ein Rad zu gebrauchen war, erfolgt jetzt nach der Corona-Pause der zweite Anlauf, bestätigt die Agenda-Gruppe.

Befestigungssystem häufig zerstört

Sie war etwas zuversichtlicher an das Thema Beschädigungen herangegangen: „Wir hatten mit weniger Rücksichtslosigkeit gerechnet“, räumt Wolfgang Dropmann ein. Praktisch alle Leezen waren in Mitleidenschaft gezogen worden. Besonders oft wurde das Befestigungssystem, das dem Prinzip bei Einkaufswagen gleicht, zerstört. Offenbar hatten Nutzer keinen Euro (als bloße Pfandmünze) oder Chip zur Hand, um die Räder von ihrem Standort zu lösen, schwangen sich aber trotzdem auf den Sattel, indem sie die Kette gewaltsam aus dem Schloss rissen. In einem Fall wurde dabei der Rahmen so lädiert, dass das Vehikel ins Metallschrott-Nirwana wanderte.

Die Leihräder, die als Shuttle zwischen Bushaltestelle Park and Ride und Bahnhof gedacht waren, dienten überdies auch für längere Touren: Sie wurden in Albachten oder am Sendener Busbahnhof aufgespürt. Und per Bulli wieder zurückgeführt. Drei der auffällig weiß-blauen Fahrräder sind komplett verschwunden.

„Es war der erste Versuch“, lässt sich Bernd Lieneweg, Sprecher der Agenda-21-Gruppe, nicht verzagen. Und es werden Schlüsse aus den Erfahrungen gezogen: So entfallen künftig die Vandalismus-anfälligen Befestigungen. „Wir setzen auf das Prinzip Vertrauen“, so die Agenda-Vertreter. Die Fahrräder seien nun mal Leihräder, eine Gebühr sei nicht angefallen, und die Münze als Pfand könne entfallen.

„Revier“ könnte erweitert werden

Das „Revier“ der Räder könnte erweitert werden, deuten Dropmann und Lieneweg an. So sei es denkbar, auch die Wege zwischen dem Ortskern Bösensells und dem Bahnhof mit der weiß-blauen Fiets zurückzulegen. Überlegungen mit der Gemeinde und der örtlichen Kolpingsfamilie als möglichem Unterstützer liefen gerade, so die Agenda-Gruppe. Sie möchte auch die Allgemeinheit mit einbeziehen beim Hüten der Gemeinschaftsräder: Jeder, der einen „verirrten“ Drahtesel entdeckt, solle die Nummer auf dem Schild mit dem Gemeindelogo wählen. Die Agenda-Gruppe werde dann benachrichtigt und die Räder wieder einsammeln.

Die Gemeinde begrüßt, dass das Projekt einen Neustart unternimmt: „Wir freuen uns, dass die Agenda-Gruppe die Leihräder wieder anbietet“, hieß es auf WN-Anfrage im Rathaus.

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