1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Havixbeck
  6. >
  7. Kindergarten wird zum Hühnerhof

  8. >

Flothfeld-Kita beherbergt Federvieh

Kindergarten wird zum Hühnerhof

Havixbeck

Vier Miethühnern schenken die Kinder der Flothfeld-Kita in Havixbeck ihre volle Aufmerksamkeit. Abwechselnd kümmern sich die Gruppen um das Federvieh und schauen neugierig nach frisch gelegten Eiern.

Kerstin Adass

Vier Hühner sind in der Flothfeld-Kita zu Gast. Mit Freude kümmern sich die Kinder um die Tiere. Foto: Kerstin Adass

Viele Menschen haben sich während der Pandemie einen Hund zugelegt. Die Vierbeiner können eine Stütze in schwierigen Lebenssituationen sein, doch sie verlangen auch Aufmerksamkeit, Zuwendung und vor allem Zeit. Die Kindertagesstätte im Flothfeld hat daher einen anderen Ansatz gewählt und ist nicht auf den Hund, sondern auf das Huhn gekommen. Für einen Zeitraum von zwei Wochen sind auf dem Außengelände der Kita vier Hühner zu Gast.

Tiergestützte Förderung

Die Miethühner gehören Sandra Lefert, die mit ihrer Familie und vielen Tieren auf einem Hof im Außenbereich von Havixbeck lebt. Über ihre Organisation „HerzensGut“ können im Rahmen der tiergestützten Förderung nicht nur Hühner, sondern auch Hunde, Alpakas, Meerschweinchen und Kaninchen gemietet werden.

Neugierig schauen die Kinder täglich nach frisch gelegten Eiern. Foto: Kerstin Adass

Arrangiert und finanziert wurde der zweiwöchige Hühnerbesuch vom Förderverein der Kindertagesstätte im Flothfeld. „Wir waren hellauf begeistert von der Idee“, erinnert sich Nicole Hinnersmann aus dem Kita-Team, „denn durch Corona mussten die Kinder auf so vieles verzichten.“

Mobiler Hühnerstall

Die vier Hennen, von den Kindern auf die Namen Schneeflocke, Blacky, Leonie und Lotte getauft, haben auf dem Gelände der Kita einen eingezäunten Auslauf, in dem auch ihr mobiler Stall steht. Dort kümmern die drei Gruppen sich abwechselnd um den tierischen Besuch. „Wir haben hier zum Glück viel Platz“, sagt Nicole Hinnersmann, während einige Kinder mit unterschiedlichem Erfolg versuchen, die Hühner zu streicheln. Die Tür am Hühnerstall schließt abends zwar automatisch, aber trotzdem kommt am Ende des Tages immer jemand, um nach dem Rechten zu sehen.

Die ausgelesene Tageszeitung findet als Unterlage im Hühnerstall eine zweite Verwendung. Foto: Kerstin Adass

Mehrere Tage lang war nicht klar, ob das Hühnerprojekt überhaupt stattfinden kann. Doch als der Kreis Coesfeld die wegen einer Geflügelgrippe herrschende Stallpflicht aufhob, stand dem Besuch der Hennen nichts mehr im Wege. Während der zwei Wochen, die sich bereits dem Ende zuneigen, konnten die Kinder den Umgang mit Tieren erlernen. Dass ihre Aufgaben sich nicht nur auf Füttern und das Einsammeln von Eiern beschränken, wurde bei einem Blick in den Stall schnell klar. „Da ist eine Zeitung“, stellte ein Mädchen mit prüfendem Blick fest. „Und wofür ist die? Lesen die Hühner Zeitung?“, grinste Nicole Hinnersmann. Nach einigen Sekunden Schweigen kam schließlich folgende Erkenntnis, die eines der Kinder pointiert formulierte: „Ah! Hühnerkacke!“

Startseite