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Umbauten am Haus Sudhues?

Barrierefreiheit stößt an Grenzen

Havixbeck

Der Wunsch nach Barrierefreiheit am denkmalgeschützten Haus Sudhues ist verständlich. Doch der Aufwand, der dafür betrieben werden müsste, ist enorm, hat die Gemeinde Havixbeck ermittelt.

Ansgar Kreuz

Der große Höhenunterschied auf dem Grundstück macht eine barrierefreie Erschließung des Hauses Sudhues schwierig und kostspielig. Bernhard Pölling (l.) von der Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Jörn Möltgen erläuterten die Rahmenbedingungen. Foto: Ansgar Kreuz

Die Forderung, einen barrierefreien Zugang zum Haus Sudhues zu schaffen, ist nicht neu. Zuletzt starteten die CDU-Senioren-Union und der Seniorenbeirat einen solchen Vorstoß. Verbunden damit ist der Wunsch, auch innerhalb des Gebäudes Umbauten zur Verbesserung der Barrierefreiheit vorzunehmen. Die Umsetzung wäre allerdings aufwendig und mit Kosten im sechsstelligen Bereich verbunden, wie die Gemeindeverwaltung bei der Suche nach einer tragfähigen Lösung feststellen musste.

Große Höhenunterschiede

Der große Knackpunkt beim Bau eines für Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer und andere Menschen mit Bewegungseinschränkungen geeigneten Weges zu dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude an der Hauptstraße sind die großen Höhenunterschiede. Hinauf zur Blickallee steigt das Grundstück um rund sieben Meter an. Dieses Geländeprofil ist auch innerhalb des alten Ackerbürgerhauses gut zu erkennen. Neben der Stufe am Eingang gibt es weitere Stufen hinauf zur Ebene mit dem Herdfeuer sowie zur hinteren Tür, die hinaus zum Garten führt.

„Es gibt derzeit leider keinen gangbaren Weg. Wir haben es versucht“, bedauert Bürgermeister Jörn Möltgen, an dieser Stelle nicht weiterzukommen. Die barrierefreie Umgestaltung rund um das Haus Sudhues müsse nach den dafür geltenden Bauvorschriften erfolgen. Einfachere, auf den ersten Blick machbare Alternativen hätten verworfen werden müssen, da die Gemeinde in diesem Fall das Haftungsrisiko bei möglichen Unfällen oder anderen Schadensereignissen trage, erläuterte Jörn Möltgen. Im Übrigen habe keine der vier Ratsfraktionen im Zuge der Etatberatungen einen Antrag gestellt, Gelder für Baumaßnahmen am Haus Sudhues in den Haushalt 2020 einzustellen.

Kosten in sechsstelliger Höhe

Für die Gemeinde hat ein Architekturbüro verschiedene Varianten für einen barrierefreien Zugang zum Haus Sudhues erarbeitet, die auch den Umbau der vorhandenen Toiletten in ein behindertengerechtes WC umfassen. Die Kosten allein für den Toilettenumbau bezifferte Bernhard Pölling von der Gemeindeverwaltung auf rund 42 000 Euro.

Nach einer groben Kostenschätzung würde die Baumaßnahme mit Zugang von der Hauptstraße 180 000 Euro kosten, bei einem Zugang von der Blickallee wären es 250 000 Euro. Immer noch 100 000 Euro würde eine Variante von der Blickallee kosten, die nicht den Anforderungen der Barrierefreiheit entspricht, aber die Zugänglichkeit erleichtert.

Nutzen und Wirtschaftlichkeit betrachten

Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass Nutzen und Wirtschaftlichkeit einer solchen Baumaßnahme wie am Haus Sudhues immer in der Gesamtschau mit anderen Gebäuden der Gemeinde, die für Veranstaltungen und Treffen von Vereinen, Verbänden und Gruppen genutzt werden können, betrachtet werden müsse. „Wenn wir hier investieren, steht das Geld an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung.“

Dabei verwies er auf das Sandstein-Museum, in dessen Räumlichkeiten er sich gut standesamtliche Trauungen vorstellen könne.

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