1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Eine echte Herausforderung

  8. >

Lolli-Tests an den Grundschulen gestartet

Eine echte Herausforderung

Lüdinghausen

Kleine Wattestäbchen mit großer Wirkung sind ab sofort in den Lüdinghauser Grundschulen im Einsatz. In der Handhabung sind diese einfacher als die Selbsttests mit Nasenabstrich. Eine Herausforderung für Schüler, Lehrer und Eltern sind sie dennoch, wie die WN im Gespräch mit den Schulleitungen erfahren haben.

Ann-Christin Frank

Wattestäbchen mit großer Wirkung: Die Lolli-Tests kommen seit dieser Woche in den Grundschulen zum Einsatz. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Angekündigt war ein „Lolli-Test“. Aber gekommen sei ein „Wattestäbchen, das nach nichts schmeckt“. Das habe bei Kindern der Ludgerigrundschule schon für Verwunderung gesorgt, erzählt Rektorin Tanja Grewe. Ansonsten sei der neue Corona-Test für die Grundschulen in NRW bei den 135 Mädchen und Jungen am Montagmorgen schnell über die Bühne gegangen. „Die Handhabung ist einfacher, als mit dem Stäbchen in die Nase zu gehen“, sagt sie.

Das gleiche Bild in Seppenrade: 135 Mädchen und Jungen – die Hälfte aller Kinder, die die Grundschule im Rosendorf besuchen – lutschten in der Marienschule am Montag an ihrem Test-Lolli. „Das ging absolut unspektakulär“, berichtet Schulleiter Martin Flügel. Die Kinder sind in zwölf sogenannte Pool-Gruppen eingeteilt, die der Anzahl der Klassen entsprechen. Knapp 20 Minuten nach Unterrichtsbeginn wurden die Tests schon von einem Laborfahrer abgeholt.

Ergebnis liegt bis zum nächsten Morgen vor

„Die Kinder stecken das Stäbchen in den Mund, lutschen 30 Sekunden darauf. Anschließend brechen sie ein Stück von dem Stäbchen ab, das dann in einen kleinen Beutel kommt“, beschreibt Flügel den Ablauf. Das Ergebnis aller Testungen erhalte er bis zum nächsten Morgen, spätestens bis 6 Uhr. „Das nennt man dann Bereitschaft“, sagt er. Und fügt ein wenig ironisch an: „Wir machen das so nebenher.“

Dieses Nebenher skizziert seine Berufskollegin Grewe so: „Wir sind in Habacht-Stellung. Ich schaue regelmäßig auf mein Handy, ob die eigens eingerichtete App aufploppt.“ Das ganze Geschehen rund um die Lolli-Tests nennt die Schulleiterin „eine echte Herausforderung“. Und dies nicht nur für die Pädagogen, sondern auch für die Eltern. Schließlich müssten diese – bei einer Nachricht über einen positiven Corona-Test ihres Kindes – morgens früh um 7 Uhr schnell reagieren und die Betreuung ihres Nachwuchses sicherstellen.

Zwölf Labore für rund 3700 Schulen

Zudem müsse dann zu Hause nachgetestet werden, erklärt Schulleiterin Ursula Hüvel. Bis 8.30 Uhr reiche bei ihr an der Ostwallschule in einem solchen Fall das Zeitfenster, um die dann als zweite Testung durchgeführten Corona-Tests an der Schule abzugeben, damit das Taxi diese gemeinsam mit den Lolli-Tests aus den Pool-Gruppen wieder mit ins Labor nehme. Für rund 3700 Schulen seien genau zwölf Labore tätig, weiß Hüvel.

„Wir haben den Eltern die Corona-Tests für die Nachtestung, schon fertig mit einem QR-Code beklebt, in einem entsprechenden Briefumschlag mitgegeben“, erklärt die Schulleiterin. „Einen dritten QR-Code haben wir bei uns pro Schüler hinterlegt, sodass bei der Übermittlung der Daten auch nichts schief gehen kann“, erklärt die Schulleiterin, die im Zuge dieser Änderung erneut viel Aufklärungsarbeit bei Eltern geleistet hat. „Oft gibt es da ganz viel Unsicherheit“, sagt sie und ergänzt: „Im persönlichen Gespräch lassen sich die Sorgen der Eltern viel besser greifen, als wenn man nur eine E-Mail mit neuen Informationen verschickt.“

Startseite