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Christian Peitz schreibt Novellen, Märchen und Hörspiele

Ein Freund der „mittleren Länge“

Lüdinghausen

Er schreibt seit seinem 18. Lebensjahr, inspiriert durch seinen Lehrer im Fach Literaturwissenschaft am Canisianum. Jetzt hat Christian Peitz mit „Ich und Bruno Pezzey“ seine dritte Novelle veröffentlicht.

Peter Werth

Das Arbeitszimmer im Dachgeschoss des Hauses von Christian Peitz und seiner Familie ist Tonstudio für seine Hörspiele und Bibliothek zugleich. In einem kleinen Holzkoffer bewahrt er die Requisiten seiner Novelle „Ich und Bruno Pezzey“ auf.. Foto: Peter Werth

Obwohl er sich selbst als „eher mäßigen Deutschschüler“ bezeichnet, kommt Christian Peitz vom Schreiben nicht los – und das seit seinem 18. Lebensjahr. Schuld daran ist wiederum sein damaliger Deutschlehrer am Gymnasium Canisianum. Bei dem hatte er das Abiturfach Literaturwissenschaften belegt. „Der hat uns damals viel Freiraum gelassen. Wir sollten uns ausprobieren.“ Dieses sei wohl Angebot und Aufforderung zugleich gewesen. Christian Peitz nutzte die Chance und „landete bei Märchen“.

Die schreibt der studierte Erziehungswissenschaftler noch heute. Rund 200 hat er seit 2001 als Hörspiele für den RBB verfasst und in seinem Arbeitszimmer, das zugleich Tonstudio ist, eingesprochen. Dabei wirkt auch seine Frau mit – „mal spricht sie die Prinzessin, mal die Fee“. Die Designerin ist zudem für die grafische Gestaltung seiner Buchcover verantwortlich. So auch für sein jüngstes schlankes Werk „Ich und Bruno Pezzey“, das im selbst gegründeten Verlag „Timpe Te“ erschienen ist.

Authentischer Hintergrund

Vordergründig geht es um einen achtjährigen Jungen im Jahr 1983, dessen unerfülltes Ziel es bleibt, in seinem Fußballsammelalbum als letzten noch fehlenden Kopf den Frankfurter Bundesliga-Kicker Bruno Pezzey zu ergattern. Zugleich erzählt Peitz von einer Familie, die sich mit zwei unterschiedlichen Ereignissen konfrontiert sieht – und diese auf ihre Art bewältigt.

Die Frage, wie autobiografisch denn die Erzählung sei, beantwortet der Autor so: Der zeitliche Hintergrund sei authentisch, entspreche seiner eigenen Kindheit, die Geschichte selbst sei frei erfunden. Der Ich-Erzähler der Novelle – besagter Junge – bleibt in der Darstellung anonym, erhält keinen Namen. Diese Anonymität habe er bewusst gewählt, um der Fantasie der Leser Raum zu geben, erläutert Peitz.

Frau war große Unterstützung

„Die Geschichte spukte seit sieben Jahren in meinem Kopf“, erzählt er. Im Herbst vergangenen Jahres schließlich habe er sie in zwei Wochen aufgeschrieben. Für die endgültige Fassung mit Überarbeiten und Korrigieren habe es noch einmal zwei Monate gedauert. Dabei sei wiederum seine Frau eine große Unterstützung. „Ohne ihr Urteil geht nichts raus.“

Die Prosa-Form der Novelle hat Peitz bewusst für sich gewählt. „Ich höre und lese gerne die mittlere Länge“, sagt er dazu und nennt beispielhaft die Erzählung „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway. Zwei weitere Novellen von ihm gibt es bereits: „Zwischenprüfung“ (2012) und „Die Entführung“ (2013). Die Idee für eine weitere hat er im Kopf. Aber: Es fehlt die Zeit zum Schreiben. Denn beruflich ist er als Geschäftsführer des LWL-Bildungszentrums Jugendhof Vlotho eingespannt. So bleibe ihm kaum Zeit für Ausflüge in die Autorenschaft, stellt er bedauernd fest.

Die Novelle „Ich und Bruno Pezzey“ von Christian Peitz ist als Book on demand für 5,90 Euro erhältlich (ISBN 978-3-944055-24-4).

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