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Paar aus Ottmarsbocholt kommt hinter Gitter

Drogenkonsum mit Ladendiebstählen finanziert

Ottmarsbocholt/Dü...

Sie können es nicht lassen: Zum wiederholten Mal ist ein Paar aus Ottmarsbocholt beim Ladendiebstahl erwischt worden. Das Amtsgericht Dülmen verhängte Freiheitsstrafen. Für beide ohne Bewährung.

Christian Besse

Zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung wurde vor dem Amtsgericht Dülmen jetzt ein Paar aus Ottmarsbocholt verurteilt. Der 44-Jährige muss für ein Jahr und vier Monate hinter Gitter, seine vier Jahre jüngere Lebensgefährtin für sieben Monate. Sie waren schuldig befunden worden, in mehreren Fällen in Coesfeld und Dülmen vor allem Tabakwaren, aber auch Lebensmittel und Parfümflaschen entwendet zu haben, teilweise um den Drogenkonsum des Mannes zu finanzieren.

Langes Vorstrafenregister

Vor allem der Mann kam nicht als unbeschriebenes Blatt in den Saal II des Amtsgerichts. Mehrere Minuten dauerte es, bis der Vorsitzende des Schöffengerichts die bisherigen Verurteilungen aus dem Bundeszentralregister vorgelesen hatte. Teilweise mehrfach jährlich war der gelernte Koch wegen Diebstahls verurteilt worden – vor allem in Hamm, aber auch in Soest, Dortmund, Bochum und Wuppertal. Die Taten hatte er begangen, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. 23 Jahre sei er heroinabhängig gewesen, sagte er zu Beginn des vierstündigen Prozesses. Inzwischen nehme er Methadon.

Im Oktober 2019 hatte er mehrmals aus dem Edeka-Markt in Coesfeld und dem dort untergebrachten Zigarettenshop Lebensmittel und Tabakdosen gestohlen.

Wenige Wochen später, am 24. Januar 2020, entwendete er gemeinsam mit seiner heutigen Lebensgefährtin Tabakwaren im Gesamtwert von über 200 Euro aus dem Dülmener Realmarkt. Im darauf folgenden Juli folgte ein gemeinschaftlicher Diebstahl im Coesfelder Drogeriegeschäft Rossmann, wo der 44-Jährige im Kassenbereich von einem Ladendetektiv gestellt wurde.

„Mit dem Kopf unter dem Arm“ zum Gericht

„Er ist im Prinzip mit dem Kopf unter dem Arm in den Gerichtssaal gegangen“, umschrieb der Anwalt des Ottmarsbocholters die Tatsache, dass sein Mandat vollumfänglich geständig war. Seine Freundin sei dagegen völlig unschuldig, betonte der Angeklagte. Was sie unterstrich: „Ja, ich war dabei. Ich habe aber nicht gesehen, was er gemacht hat. Ich selber habe nichts genommen.“ Diese Aussage konnte das Gericht widerlegen. Dazu wurden die Videoaufzeichnungen aus den Einkaufsmärkten im Gerichtssaal vorgeführt. Sie belegten die Mitschuld der ehemaligen Dülmenerin.

Zusätzlich belastend wirkte sich im Strafmaß für die ebenfalls mehrfach Vorbestrafte aus, dass sie den gemeinschaftlichen Diebstahl im Realmarkt am Tag nach Ablauf ihrer Bewährungsfrist für eine frühere Straftat unternommen hatte. Das ließ die Staatsanwaltschaft nicht außer acht und forderte für die Mitangeklagte acht Monate Freiheitsentzug. Ihre Verteidigerin hatte auf Freispruch plädiert. Das Gericht verhängte h sieben Monate.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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