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Bürgermeister von Nottuln und Chodziez tauschen sich aus

Corona, Geld und Stimmung

Nottuln

Viel gelacht und gescherzt, aber auch über ernste Themen gesprochen haben die beiden Bürgermeister von Nottuln und Chodziez in einer gemeinsamen Videokonferenz mit den Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees. Es ging ebenso um Corona wie ums liebe Geld – und die Stimmungen in den Bürgerschaften.

wn

Foto: Partnerschaftskomitee Nottuln

Das Pflanzen der Partnerschaftsbäume in Nottuln und Chodziez am Europatag vor rund zwei Wochen wirkt noch nach. „Diese kleine Aktion hat bei uns ein sehr lebendiges und intensives Gefühl für unsere Städtepartnerschaft ausgelöst, das noch anhält.“ Beide Bürgermeister, Jacek Gursz aus Chodziez und Dr. Dietmar Thönnes aus Nottuln, erinnerten sich daran sehr gerne. Am Dienstagabend trafen sie sich wieder zu einem kleinen Meinungsaustausch per Video.

Mit dabei waren die beiden Vorsitzenden der Komitees, Beata Roguszka und Robert Hülsbusch. Natürlich habe das Thema Corona eine zentrale Rolle im Gespräch der beiden Bürgermeister gespielt, heißt es in einer Pressemitteilung des Partnerschaftskomitees. Die Stadt Chodziez habe nun zwei eigene Impfstationen auch für den Kreis eingerichtet. Bürgermeister Gursz sei sehr besorgt über die Impfbereitschaft der Menschen in seiner Stadt. Durch diese kommunale Aktion habe sich die Meinung der Menschen indes gewandelt. Gursz: „Wir bekommen allmählich ein Gefühl dafür, wie es wieder sein wird, ohne Corona zu leben.“

Sehnsucht nach normalem Leben

Auch Nottulns Bürgermeister sei froh gewesen, seinen Amtskollegen darüber informieren zu können, dass die Inzidenzzahlen im Kreis und in der Gemeinde deutlich zurückgehen, heißt es weiter. Thönnes: „Die Menschen lechzen danach, wieder ein normales Leben zu führen, wieder ins Theater oder in Kino zu gehen, wieder Restaurants und Kneipen besuchen zu können.“

Auch beim nächsten Thema waren die beiden Bürgermeister nah beieinander: Finanzen. Der Nottulner Bürgermeister berichtete, dass seine Gemeinde in der nächsten Zeit einen harten Sparkurs fahren müsse. Das sei erstmal eine Enttäuschung: „Ich bin angetreten, um zu gestalten und neue Perspektiven für Nottuln zu entwickeln und tolle Projekte umzusetzen. Und dann werde ich ausgebremst durch eine ziemlich marode Finanzsituation, die ich vorfand.“ Vieles, was geplant war, wäre so leider nicht machbar. Sein Kollege aus Chodziez verstand, wovon Thönnes sprach: „Wie bei uns!“ Zwar müsse viel in In­frastruktur investiert werden, aber mit deutlichen Grenzen, mit deutlicher Rücksichtnahme für das finanziell Machbare.

Unzufriedenheit gegenüber der Politik

Schnell kam man bei dieser Frage auf die Stimmung in der jeweiligen Stadt. Jacek Gursz: „Ich kann als Bürgermeister machen, was ich will. Es gibt immer unzufriedene Bürgerinnen und Bürger, und die äußern sich laut und zum Teil auch aggressiv.“ Noch kurz im Amt, musste auch Thönnes erfahren, wie schnell und heftig Unzufriedenheit gegenüber der Politik und – im Besonderen – dem Bürgermeister geäußert wird. Doch schlechte Stimmung kam in der Videokonferenz deshalb nicht auf. Es wurde viel gelacht und gescherzt. Zum Schluss drückten beide ihre Hoffnungen auf ein baldiges Wiedersehen aus.

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