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Folge der anhaltend niedrigen Inzidenz

Bad offen – Sport viel „lockerer“

Senden

Die stabil niedrigen Inzidenzzahlen machen es möglich: Für die (Vereins-)Sportler gelten weitreichende Lockerungen. Für Freiluft-Disziplinen herrscht keine Beschränkung der Anzahl der Personen und keine Testpflicht mehr. Auch die Hallensportler kehren zurück, ebenso hat das Cabrio-Bad wieder geöffnet.

Dietrich Harhues

Licht am Horizont: Das Cabrio Bad in Senden ist gerade wieder geöffnet worden. Foto: Gemeinde Senden

Der Badebetrieb kehrt ins „Cabrio“ zurück. Wenn auch gleichsam nur tröpfchenweise. Vom Schwall eines ungebremsten Besucheransturms ist es noch weit entfernt. Trotzdem endete mit der Rückkehr des Schulsports, des DLRG-Trainings und der Schwimmkurse (deren Zahl ausgeweitet, aber nicht die gesamte Nachfrage bedient wurde) am Mittwoch eine Zwangspause, die Anfang November begonnen hatte. Lange Zeit verwaist blieben auch die Sporthallen der Gemeinde, die seit Dienstag wieder fürs Training der Vereine genutzt werden können. Mit Auflagen. Die Freude ist trotzdem groß: „Damit habe ich noch gar nicht gerechnet“, räumt Georg Kremerskothen, Vorsitzender des ASV Senden, ein. Für die betroffenen Sportler, die wieder mehr Normalität anpeilen, seien die Lockerungen „echt wichtig“.

Freude gepaart mit anhaltender Vorsicht

Die Voraussetzung für mehr Freiheiten war am Donnerstag erfüllt, als die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 50 lag. Die gelockerten Vorgaben traten am Samstag in Kraft. Seit Dienstag haben beispielsweise die Badminton-Spieler wieder ihr Training aufgenommen, auch beim Volleyball werde „mit leichten Einschränkungen“ wieder gemeinsam in der Halle gepritscht. Schwieriger sei es beim Handball als Kontaktsport. In dieser Kategorie sind nur Gruppen bis jeweils zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt. „Das ist ein Spagat“, so Kremerskothen. Übungsleiter und Abteilungsvorstände feilten gerade an Szenarien, die die Spielräume nutzen. Aber ohne leichtsinnig zu werden. „Wir wollen nicht aufs Spiel setzen, was wir erreicht haben“, mahnt Kremerskothen mit Blick auf die rückläufige Inzidenzentwicklung. Der Vorstand des Gesamtvereins habe „größtes Vertrauen“, dass die Abteilungen zu sinnvollen Lösungen kommen. Dabei könne auf das Hygienekonzept und die Erfahrungen des vorigen Sommers zurückgegriffen werden. Damals habe sich gezeigt: „Im Sportbetrieb gab es keinen Infektionsausbruch.“

Weitgehende Lockerung: Der Sportpark Senden ist wieder ohne Tests zugänglich. Foto: di

Die Gemeinde Senden hat alle Hallen (außer die der Edith-Stein-Schule) geöffnet, bestätigt Koordinator Volker Sowade auf WN-Anfrage. Für alle Indoor-Sportler gilt weiterhin ein negativer Coronatest, Impfung oder der Status des Genesenen als Einlass-Voraussetzung.

Freiheit bei den Freiluft-Sportarten

Bei Freiluft-Disziplinen reicht die Freiheit schon weiter: Ob Leichtathletik oder Fußball – es gibt keine Begrenzungen bei Alter oder Personenzahl und keine Testpflicht mehr.

Darin sieht Günter Schrameyer, Geschäftsführer von Blau-Weiß Ottmarsbocholt, eine „sehr große Veränderung“. Denn bis dahin durften dort nur die bis einschließlich 14-Jährigen (Kicker oder Leichtathleten) trainieren. In Senden, als Modellregion, standen hingegen auch ältere (getestete) Spieler auf dem Platz. Bei BWO habe man das akzeptiert. Es sei „nachvollziehbar“, dass besonders flankierte Projekte nur punktuell angeboten werden konnten, so Schrameyer auf Anfrage. Durch die aktuell „sehr positive Entwicklung“ habe sich die Frage der Unterschiede innerhalb Sendens ohnedies überholt. Der Indoor-Sport werde von BWO seit Dienstag auch wieder aufgenommen, allerdings zunächst in den kontaktfreien Disziplinen.

Das Thema der Hallennutzung stehe für den SV Bösensell auch erst in naher Zukunft an, so Vorstandsmitglied Mario König. Wie er schildert, hätten auch Sportarten wie Gymnastik oder Aerobic, die sonst mit dem Dach über dem Kopf praktiziert werden, bei ihren Übungseinheiten den Weg ins Freie vollzogen. Die Lockerungen bei der Corona-Schutzverordnung bezeichnete König als „absolut super“. Die Entwicklung gehe „definitiv in die richtige Richtung“. Dem Drang auf den Platz seien beispielsweise die Alten Herren nach der Freigabe bereits gefolgt. Für sie war das Fußball-Training lange Zeit tabu gewesen.

Wirte freuen sich über Zuspruch

Anders als beim Sport reichen die Lockerungen in der Gastronomie weniger weit. Sowohl für die Außengastronomie als auch die gerade erst erlaubte Innenbewirtung bleibt aber eine negativer Test (maximal 48 Stunden gültig), eine wirksame Impfung oder der Status eines von Corona Genesenen Voraussetzung. Wie sich aktuell abzeichnet, könnte das Land NRW diese Vorgaben für Niedrig-Inzidenzgebiete noch verändern. Das Pfingstwochenende nutzen mehrere Betriebe, um Außengastronomie anzubieten. Was viele Gäste nutzten. Das Ordnungsamt der Gemeinde verschaffte sich einen Eindruck und resümiert auf WN-Anfrage: „Das Pfingstwochenende ist aus unserer Sicht ohne Probleme verlaufen.“ (-di-)

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