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Bauernregel für den Mai trifft 2021 in Ascheberg zu

Trübes Wetter - sonnige Ernteaussichten

Ascheberg

Ständig neue Regenwolken, die viel Feuchtigkeit mitbringen – Ausflügler ärgert es, die Landwirtschaft freut das. Die Bauern in Ascheberg blicken zufrieden auf die Lage auf ihren Äckern. Und auch dem Wald tut der Niederschlag gut.

Theo Heitbaum

Die Wintergerste nach einem Regenschauer: Die Landwirte sind mit der Lage auf ihren Äckern sehr zufrieden. Foto: Theo Heitbaum

Sie klingen klug, einige wirken verstaubt, doch eine Bauernregel entzückt gerade die Landwirtschaft: „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass!“ Bernd Mersmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Ascheberg, stimmt ohne Wenn und Aber ein: „Das Getreide steht hervorragend. Das hatten wir um diese Zeit schon ein paar Jahre nicht mehr.“

Das aktuelle Wettergeschehen schließt nahtlos an eine gute Winterzeit an: „Der Schnee ist zur perfekten Zeit gefallen und hat die Pflanzen bedeckt, bevor der Frost kam. Das hat bestens gepasst. Deswegen ist das Getreide gut durch den Winter gekommen“, gerät Mersmann fast ins Schwärmen. Die große Freude jetzt, wird beim Blick auf die Vorjahre verständlich: „Da war es im Frühjahr viel zu warm und viel zu trocken. Den Regen jetzt, haben wir wirklich gebraucht. Alles andere ist nicht so wichtig.“ Zur Zufriedenheit trug auch bei, dass die Äcker gut befahrbar waren, wenn dort Arbeiten anstanden. Der Regenbedarf ist trotz des feuchten Mais noch nicht gedeckt. „Das kann ruhig weiter regnen. Da fahre ich mich im Sommer bei der Ernte gerne mal fest“, erklärt der stellvertretende Kreislandwirt Dirk Schulze Pellengahr. Er betreibt nicht nur Ackerbau und Viehzucht. Der Mann aus der Osterbauer ist auch als Waldbauer aktiv und mit dem Wetter sehr zufrieden: „Der Borkenkäfer hat richtig einen auf die Nuss bekommen.“ Er habe sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Dazu brauche er mindestens 15 Grad Wärme. Die kühlen Nächte und die regelmäßigen Niederschläge hätten dem Schädling dieses Jahr stark zugesetzt. Zudem hätten die Fichten, die besonders stark unter dem Borkenkäfer leiden, mit der guten Flüssigkeitszufuhr wieder Harz bilden können, das sie vor Tieren schütze.

Grasernte hat sich gelohnt

Nach der ungewöhnlichen Hitze der vergangenen drei Jahre könne der Wald in der aktuellen Situation durchschnaufen. Für Bäume und Sträucher dürfe es gerne weiter feucht bleiben.

Zurück auf den Acker: Die Rundum-Zufriedenheit wird nicht durch Bodenart oder ähnliches getrübt. „Es passt überall gut“, erklärt Tobias Großerichter vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Herbern. Er blickt über den Acker hinaus: „Das Gras ist gut gewachsen. Für die Betriebe hat sich das endlich wieder gelohnt.“

Wenn das Wetter-Wunschkonzert von Landwirten dirigiert werden würde, dann müssten die Temperaturen jetzt steigen. Der Mais ist durch die Feuchtigkeit gut aufgegangen. „Er hat es aber gerne etwas wärmer“, informiert Mersmann.

Nächster Arbeitseinsatz auf den Maisfeldern

Für ihn und die Berufskollegen dürfte auf den Maisfeldern auch der nächste größere Einsatz sein. Alles, was neben dem Mais wächst, muss bekämpft werden. In der Mehrzahl wird das durch den Einsatz von Herbiziden geschehen. Mersmann weiß aber auch, was die Berater der Kammern bei den traditionellen Feldbegehungen, die auch dieses Jahr wieder ausfallen mussten, vorschlagen würden: „Sie würden uns animieren, im Mais mehr zu hacken. Der technische Fortschritt macht das gerade wieder zu einer Alternative.“

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