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Ungewöhnliche Besucher

Pfauenhähne vom Schloss erkunden das Herberner Dorf

Herbern

Zum Schloss Westerwinkel gehen viele Menschen spazieren. Vom Schloss ins Dorf geht es hingegen seltener. Nicht nur deswegen wurden Dorfbesucher am Pfingstwochenende bei Facebook gepostet.

Theo Heitbaum

Während der Balz ist der weiße Pfau von Westerwinkel von WN-Mitarbeiterin Isabel Schütte früher schon fotografiert worden. Foto: iss

Ein Spaziergang zum Schloss Westerwinkel gehört für viele Herberner zum Alltag. Besucher aus dem Schlossumfeld sind im Dorf dagegen selten. Am Pfingstwochenende schafften es Dorfgäste aus Westerwinkel sogar in die sozialen Medien. Dort machten Pfauenbilder die Runde. Rentmeister Stefan Grünert hat für den Dorftrip zwei Theorien.

Tiere leben autark

„Die Tiere leben hier am Schloss, bevorzugt im Garten der Orangerie, schon länger. Sie sind autark und gehören nicht zum Eigentum des Grafen von Merveldt“, stellt Grünert voran. Schon in den Vorjahren habe er bei den Pfauen beobachten können, dass in der Balzzeit Hähne abgebissen würden: „Sie sind dann meistens auf den Golfplatz gelaufen.“ Jetzt könnten die Unterlegenen des Hahnenkampfes den Weg ins Dorf gefunden haben: „Weil die Autobahn dazwischen liegt, ist das nicht so einfach“, berichtet Grünert.

Seine zweite Theorie hat mit dem stark angestiegenen Besucherstrom während der Corona-Pandemie in Richtung Schloss zu tun: „Es gibt darunter immer wieder Menschen, die sich nicht an die Regeln halten, nicht auf den Wegen bleiben oder ihre Hunde nicht anleinen“, hat der Rentmeister beobachtet. Es könne auch sein, dass die abgeschlagenen Hähne von einem Hund aufgescheucht oder anders in die Enge getrieben worden seien, um dann über die Autobahn zu fliegen.

Auf jeden Fall tauchte der „Albino“, ein mit vielen weißen Federn geschmückter Pfau, bei Facebook auf. „Er läuft gerade bei mir vor der Haustür rum“, postete Jens Löcke. Schnell kamen Meldungen hinzu, dass zwei weitere Pfauenhähne sich die Tennisplätze anschauten. „Ich habe viele Hinweise auf die Tiere erhalten, aber sie gehören ja nicht dem Grafen“, ist Grünert mehrfach informiert worden.

Der weiße Pfau war in Herbern unterwegs. Foto: Jens Löcke

Die Pfauen leben von den Dingen, die sie am Schloss finden. Im Winter bedienen sie sich am Wildfutter, das beispielsweise für Fasane ausgelegt wird. Ob die Ausreißer den Weg zum Schloss finden, vermag der Verwalter nicht zu sagen: „Sie können ja nur über die Brücke zurück.“ Nach seinen Beobachtungen ist das bisher nicht geschehen: „Ich sehe hier nur zwei stattliche Hähne, die Hennen sind gar nicht zu sehen. Sie brüten vermutlich und sorgen damit zur Nachwuchs.“

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