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Volksfeste sind erst ab September erlaubt

Keine Kirmes in Ascheberg

Ascheberg

Volksfeste sind ab 1. September in Nordrhein-Westfalen wieder möglich. Das sieht die Lockerungsstrategie für die nächsten Wochen und Monate vor. Damit fällt die Ascheberger Kirmessaison ein zweites Mal aus.

Theo Heitbaum

Der Nebel ist gelichtet: Die Jacobikirmes in Ascheberg fällt aus. Foto: Theo Heitbaum

Der Fahrplan zurück zu mehr Freiheit steht. Wenn die Inzidenzwerte es erlauben, werden sich die Schausteller ab 1. September wieder auf den Weg zu Volksfesten machen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die Abfahrt Ascheberg liegt dann hinter ihnen. Die Kirmessaison in der Gemeinde fällt ein zweites Mal aus!

Der Ascheberger liebstes Sommerkind wird auch nicht auf einem eingezäunten Platz stattfinden. „Die Jacobikirmes gehört in den Ort, nicht auf eine Wiese“, erklärt Klaus Rasch. Der Sprecher der Schausteller in Ascheberg nimmt den Kirmesfans damit den Wind aus den Gerüchtesegeln. Der Mann aus Oesterweg bei Versmold wird hier keine Pop-up-Kirmes organisieren. Einen Jahrmarkt hinter Absperrgittern, um den Zugang kontrollieren und Eintritt erheben zu können, wird es in Ascheberg nicht geben. Freuen dürfen sich die Ascheberger hingegen darauf, dass Steffi Schulze Wenning rund um den Fisch wieder ein Sommerangebot erarbeitet. Sie bittet aber um Geduld: „Vier Wochen wird es bestimmt noch dauern, bis wir starten.“

Keine Pop-up-Kirmes

Fischduft soll erst vom Gewerbegebiet ins Dorf ziehen, wenn die Inzidenzen weiter gesunken sind. Liegt der Wert unter 35 entfällt für Treffen unter freiem Himmel die Testpflicht. Schulze Wenning erklärt dazu: „Der Tenor, den ich immer wieder höre, ist eindeutig. Die Menschen wollen sich für so einen Besuch nicht testen lassen. Das warten wir auf jeden Fall ab.“ In die Sommerpläne fließt auch ein, dass die Winter-Edition wegen der Pandemie kurzfristig abgesagt werden musste. Viel Arbeit ohne Ertrag. Oberste Prämisse ist aber – auch wenn ihr und dem Team die Arbeit Spaß macht – die Wirtschaftlichkeit.

Steffi Schulze-Wenning plant für den Sommer auf dem Betriebsgelände Aktionen. Foto: tani

Für den Sommer verspricht Schulze Wenning ein breiteres Angebot: „Ich bin gerade Oma geworden. Deswegen haben wir ein Kinderkarussell organisiert. Es wird auch Zuckerwatte und Mandeln geben.“ Die Schaustellerin sagt es verhalten. Die Sorge vor einer weiteren Welle, die wieder alle Vorarbeit wegspült, ist groß. Der Optimismus, dass es ab September für die Schausteller wieder los geht, eher gering. Dass sie am ersten und zweiten September-Wochenende zur verschobenen Kieler Woche fahren kann, sieht die Aschebergerin skeptisch. Ob der einzige Vertrag, der aktuell vorliegt – ein Volksfest in der Lutherstadt Eisleben – zum Tragen kommt, steht in den Sternen.

Allzu optimistisch ist Klaus Rasch ebenfalls nicht, weil die großen Veranstaltungen wie in Crange und Düsseldorf abgesagt sind. Was im Herbst möglich sein wird, hängt stark von der Entwicklung ab: „Es lohnt sich nicht, den Betrieb nur für zwei, drei Wochen laufen zu lassen“, sagt Rasch und ist beim Mitarbeiterproblem: „Sie zu bekommen, wird nicht einfach sein. Wir müssen ihnen schon einen längeren Zeitraum anbieten.“

Zuversicht für 2022

Zuversichtlicher ist Rasch beim Blick ins Jahr 2022: „Die meisten Kollegen werden es bis dahin schaffen. Sie überbrücken die Zeit als Helfer beim Spargel, fahren Lkw oder stehen mit Crêpes und Mandeln vor Kaufhäusern.“ Bei Telefonaten und Zoom-Konferenzen wird immer ein Wunsch klar: „Wir möchten endlich wieder tun dürfen, was wir lieben.“ Die Schausteller wünschen sich ihr Leben zurück. In Ascheberg gibt es Pläne, 2022 schon am Freitagabend mit der Jacobikirmes zu starten.

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