1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Gronau
  6. >
  7. Ertragreiche Erdbeerzeit

  8. >

Gärtnern im Juni

Ertragreiche Erdbeerzeit

Gronau

In einer Serie begleiten die WN den Vorsitzenden des Kleingartenvereins Ostland durchs Gartenjahr. Heute gibt er allen Hobbygärtnern Tipps und Hinweise, worauf in den kommenden Wochen zu achten ist.

Christiane Nitsche-Costa

Im Juni ist Erdbeerzeit. Foto: Christiane Nitsche-Costa

Mach es wie die Roboter, könnte man beinahe sagen: Wer seinem Rasen etwas Gutes tun will, sollte ihn im Juni ruhig öfter schneiden – und den Rasenschnitt dann nicht zusammenharken, sondern einfach liegen lassen. „Das erstickt das Moos, dann bleibt er schön saftig und grün“, erklärt Helmut Brüffer. Viele hätten ja heute bereits Mähroboter, wo ja auch kein Auffangsack das abgeschnittene Grüngut auffängt, so der Gartenexperte lakonisch. Wichtig sei natürlich auch bei längerer Trockenheit eine ausreichende Wasserzufuhr, ergänzt Brüffer.

Pflanzen mit Eisenmangel

Apropos Wasser: „Jetzt geht es langsam in die Erdbeerzeit“, stellt Brüffer fest. Und da erlebten viele Hobbygärtner, dass ihre Pflanzen Eisenmangel haben. „Das ist erkennbar an den gelben Adern in den sonst grünen Blättern“, erklärt Brüffer. „Das kommt oft daher, dass sie zu stark mit Leitungswasser gegossen werden.“ Da unser hiesiges Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, werde das Eisen durch den Kalk häufig in der Erde gebunden und komme nicht mehr in die Pflanze. Für Klein- und Hobbygärtner, die eine Regentonne haben, kein Problem. Wer auf dem Balkon oder auf der Fensterbank seine Erdbeeren hegt und pflegt, wird da auf einen Wasserfilter zurückgreifen oder mit entsprechenden Düngemitteln nachhelfen müssen.

Bei anderen Obstsorten geht es jetzt ans Sammeln – allerdings nicht etwa an die Früchte, sondern an die Parasiten. Zum Beispiel Stachelbeeren: Die sollte man hin und wieder kontrollieren, rät Helmut Brüffer, „ob da Larven der Stachelbeerwespe zu finden sind. Die sitzen meist in der Mitte der Büsche“, so Brüffer. „Die muss man absammeln und vernichten.“ Bei stärkerem Befall helfe auch eine Sprühlösung aus Schmierseife.

Säulenäpfel sollten im Juni noch einmal einen Schnitt bekommen, meint der Experte. „Wenn man da starke Ertragsschwankungen hat, sollte man Anfang des Monats noch einmal ausdünnen.“ Hier würde es ausreichen, maximal zwei bis drei Früchte je Ast stehen zu lassen.

Blumenkohlernte

Ein Schnitt könnte auch der Pfefferminze im Juni gut tun – wenn sich rostartige Flecken auf den Blättern zeigen. „Dann sollte man diese Zweige kurz vor der Oberfläche abschneiden.“ Wichtig sei, den Verschnitt nicht zu kompostieren, sondern über den Hausmüll zu entsorgen. „Das überträgt sich nämlich auch über den Kompost.“

Mitte Juni könne man zudem schon den ersten Blumenkohl ernten. Hier heißt es aufpassen. „Bei warmem oder bei heißem Wetter sollte man den jeden Tag kontrollieren, damit der nicht anfängt, zu schießen“, warnt Brüffer. Sobald die Pflanze Blüten austreibt, wird der Kohl bitter und schmeckt nicht mehr.

Bei anderen Grünfutter-Kandidaten ist dagegen Eile angesagt: „Wer jetzt noch Lauch ernten will, sollte zusehen, dass die Pflanzen bis Mitte des Monats im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern in die Erde kommen.“

Buchsbaummonat Juni

Im Ziergarten kommt dagegen im Juni vor allem die Heckenschere auf Touren. Brüffer: „Der Juni ist der Buchsbaummonat. In der zweiten Hälfte kann man den mit einem Formschnitt in die Wunschform bringen, denn dann ist das Hauptwachstum vorbei.“ Auch Ligusterhecken sollten dann nach dem ersten Triebabschluss geschnitten werden. „Das ist ja bei uns in der Kleingartensiedlung dann überall fällig.“ Wegen etwaig brütender Vögel verbiete es sich bis dahin auch, die Pflanzen auf Stock zu setzen, also einen Radikalschnitt zu vollführen. „Spitzen schneiden darf man das ganze Jahr.“

Geht es dagegen um die blühende Pracht im Zier- oder Vorgarten, sollte sich der ambitionierte Gärtner im Juni die bunte Margerite vorknöpfen. „Die ist ja leider kurzlebig“, weiß Helmut Brüffer. „Wenn man von den Blüten länger etwas haben will, sollte man sie daher alle zwei Jahre zurückschneiden.“ Außerdem lohne es sich, die Pflanze zu teilen und neu einzusetzen. „Mit einem neuen Standort und neuer Erde blüht die mindestens noch einmal so schön.“

Startseite