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Verwaltung präsentiert Entwurf für Kurti und Hertie-Loch

„Belebung der Innenstadt“

Gronau

Nachdem vor 18 Monaten das Kapitel „Drio“ zugeklappt wurde, wird jetzt ein neues Buch aufgeschlagen. In der Verwaltung wurde an den bestehenden Plänen weiter gearbeitet und ein Konzept erstellt, das auf Investoren verzichtet und die Stadt mit ihren Tochtergesellschaften für die weitere Entwicklung zu Akteuren macht. Bis zum Sommer soll der grundsätzliche Beschluss erfolgen. Danach würden dann grob zwischen 30 und 40 Millionen Euro investiert.

Guido Kratzke

Auf der bestehenden Tiefgarage soll im vorhandenen Rastermaß ein zweigeschossiges Gebäude entstehen. Darin ist nicht nur eine Gastronomie vorgesehen Foto: Stadt Gronau

„In der Öffentlichkeit ist der Verdacht entstanden, dass in den vergangenen Monaten nicht an der Neugestaltung des Kurt-Schumacher-Platzes und des Hertie-/Karstadt-Areals gearbeitet worden ist. Doch das Gegenteil ist der Fall.“ Bürgermeister Rainer Doetkotte baute durchaus einen Spannungsbogen auf, bevor am Mittwochabend in der Aula der Gesamtschule der Rat erstmals die Pläne zur Neugestaltung dieses Bereichs vorgestellt bekam. Und diese wurden zum Ende artig von den Volksvertretern mit Applaus bedacht.

Gemeinschaftswerk der Rathausmitarbeiter

Vorgestellt wurde die Planung von Christine Sibbing. Die Mitarbeiterin der Verwaltung stellte ein Konzept vor, dass der Bürgermeister und Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick zuvor als ein Gemeinschaftswerk der Rathausmitarbeiter lobend angekündigt hatte. Sibbing war schon vor ihrer Zeit im Rathaus als Mitarbeiterin des Büros Farwick & Grote mit dem Areal befasst.

Christine Sibbing

„Das Ziel der Planung ist die Belebung der Innenstadt“, verdeutlichte Sibbing den gemeinsamen Anspruch. Aufenthaltsqualität, Identitätsstiftung und die Frage, welche Angebote Menschen in die Innenstadt locken, waren für die Konzepterstellung von besonderer Bedeutung.

Aufgegriffen wird das Modell der zwei Achsen. Einerseits sieht es die Neustraße vor, andererseits die Verlängerung der Schulstraße, die für eine Verbindung sorgt vom Inselpark über den neu gestalteten und verkleinerten Kurt-Schumacher-Platz, weiter über den ehemaligen Schlossplatz, auf dem aktuell kein Parkhaus mehr geplant ist, via Stadtpark samt Tierpark in Richtung Epe – ein „Brückenschlag ins Grüne“.

Zum ehemaligen Hertie-Areal mit einer Größe von 5000 Quadratmetern und dem Kurt-Schumacher-Platz, der rund 6000 Quadratmeter groß ist, kommt die Fläche des Gebäudes Hausnummer 9 hinzu, das von der Stadt gekauft wurde. Dessen Bausubstanz lege einen Abriss nahe und bietet eine weitere Fläche von 500 Quadratmetern.

Gesundheit und Spielen

An diesem Ort soll winkelförmig in den Platz hinein das erste von zukünftig vier Gebäuden errichtet werden. Vorgesehen ist dort eine Nutzung als Gesundheitszentrum mit einer Apotheke im Erdgeschoss.

Mitten auf dem Schumacher-Platz soll ein Gebäude errichtet werden, in dessen Erdgeschoss auf 450 Quadratmetern Gastronomie einziehen könnte, 50 Quadratmeter sind für den Touristik-Service vorgesehen und weitere 450 Quadratmeter für einen öffentlichen Indoorspielplatz, der bis in den zweiten Stock hineinreicht. Im Obergeschoss erhält die Gastronomie weitere 150 Quadratmeter, und Kulturbüro/Stadtmarketing können sich auf 300 Quadratmetern ausbreiten.

Flächen nach Bedarf

Auf der alten Hertie-Fläche könnte entweder ein großes Gebäude mit einer Grundfläche von 2450 Quadratmetern für Einzelhandel sowie einem Eingangsbereich für die Verwaltung, die in den Obergeschossen Platz finden könnte, errichtet werden. Von den Planern favorisiert wird allerdings eine Unterteilung in zwei Gebäudekörper, sodass auch die Schweringstraße als Wegeverbindung verlängert werden könnte. „Das Gebäude soll keine Rückseite erhalten“, legte Sibbing großen Wert darauf, dass ein Umlauf für Fußgänger vorbei an Schaufenstern auf allen Seiten gegeben sein soll. Die Aufteilung soll sich an dem Bedarf der zukünftigen Nutzer orientieren. „Wir haben zwar leerstehende Ladenlokale“, berichtete Bürgermeister Doetkotte aus Gesprächen, die er gemeinsam mit Wirtschaftsfördererin Katharina Vater und potenziellen Nutzern geführt habe. „Deren Zuschnitt entspricht aber nicht ihrem Bedarf.“

Denkbar wäre es nach Ansicht der Stadt, dass auch im ersten Obergeschoss Einzelhandel einziehen könnte. Das zweite Obergeschoss ist aber für Rathausmitarbeiter vorgesehen. Dafür wäre auch eine Brücke zwischen den beiden Gebäudeteilen denkbar. Alternativ könnte dort auch eine Wohnnutzung erfolgen. Gleiches gilt für einen Teilbereich des Gebäudes zum restlichen Kurti, wo ein drittes Obergeschoss auf einer Fläche von 200 Quadratmetern geplant wurde.

Erweiterung der Tiefgarage

Zur Gesamtfläche auf allen Geschossen, die rund 10 520 Quadratmeter beträgt, kommt eine Erweiterung der städtischen Tiefgarage mit ihren bisher 150 Stellplätzen hinzu. In der Hertie-Grube könnten weitere 110 Abstellgelegenheiten geschaffen werden. Diese soll durch Tageslicht eine besondere Qualität erhalten.

Ausgeklammert wurde der Bereich des kürzlich entdeckten Bergfriedes. Dieser soll von einer Bodenschicht bedeckt und konserviert bleiben. Erinnert werden soll an das alte Gebäude möglicherweise mit einer Sitzgruppe aus alten Steinen oder einer Skulptur in Turmform oberhalb, wo eine Treppen- und Rampenanlage zur Adenauer-Straße führen soll.

Während der Indoor-Spielplatz vor allem bei schlechter Witterung ein Anziehungspunkt sein könnte, sollen Wasserspiele in der warmen Jahreszeit ein Publikumsmagnet sein. An der Fassade des Gesundheitszentrums könnte eine große LED-Wand angebracht werden, die nicht nur Public-Viewings ermöglicht, sondern auch Freiluft-Kino oder Werbespots für Angebote in der Stadt.

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