Reaktionen auf Thüringen-Wahl

FDP-Geschäftsstelle in Vreden beschmiert

Vreden

Vollgeschmierte Scheiben, „Nazis raus“-Sprüche: Die FDP im Kreis Borken musste gleich am ersten Abend Reaktionen von Vandalen auf die von der AfD unterstützte Wahl ihres Parteikollegen Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten hinnehmen: Die Geschäftsstelle der Vredener FDP wurde in der Nacht zu Donnerstag beschmiert.

Josef Barnekamp

Nazis raus“: Das haben Unbekannte auf die Scheiben der FDP-Geschäftsstelle in Vreden gesprüht. Foto: Victoria Garwer

„Die Wahl im Landtag von Thüringen war ein demokratischer Akt – der Anschlag auf unsere Geschäftsstelle in Vreden dagegen war eine feige und antidemokratische Reaktion linker Extremisten. Wir Freie Demokraten sind gegen jeden Extremismus – unabhängig, ob er von links oder von rechts kommt“, schrieb dazu der FDP-Bundestagsabgeordnete Karlheinz Busen (Gronau) in einer ersten Reaktion.

Obschon er die Wahl als „demokratischen Akt“ bezeichnete, würden „die Freien Demokraten im Bund, in NRW und auch im Kreis Borken diesen nicht mittragen“, so Busen. „Ein Ministerpräsident braucht einen Auftrag zur Regierungsbildung von einer demokratisch getragenen Mehrheit im Parlament. Mit uns wird es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben. Richtig wäre jetzt, wenn Thomas Kemmerich mit einem Rücktritt den Weg zu Neuwahlen in Thüringen frei macht“, teilte Busen auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Vorgeschichte bei Kreistagswahl

Während sich die heimische FDP nach den Ereignissen von Thüringen von der AfD abgrenzt, hatte sie vor gut fünf Jahren weniger Berührungsängste mit der selbsternannten „Alternative für Deutschland“. Nach der Kreistagswahl 2014 hatte die auf zwei Abgeordnete geschmolzene FDP über eine gemeinsame Fraktion mit dem damaligen AfD-Kreistagsmitglied Helmut Seifen nachgedacht.

Die Pläne scheiterten aber am „parteiinternen Widerstand“, wie der Befürworter der Pläne, der vorherige Fraktionschef Bernd Schöning, damals erklärte.

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