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Einsatz für klimafreundliche Mobilität

Fahrraddemo „Vorfahrt für das Klima“ startete in Münster - und geht quer durch NRW

Münster/Telgte/Ahaus

Mit einer „kritischen Fahrt durch Münster“ ist am Samstagmittag die 30. „Tour de Natur“ gestartet. Rund 50 Aktivisten aus ganz Deutschland schauten sich auf einer 15 Kilometer langen Route quer durch die Westfalenmetropole an, wo es noch Verbesserungsbedarf für Radler gibt.

Von Helmut Etzkorn

Rund 50 Aktivisten aus ganz Deutschland stiegen für die Demo auf die Leeze. Foto: Hemut Etzkorn

Jörg Lehmann von der Interessengemeinschaft „fahrradstadt.ms“ beginnt mit einem klaren Statement: „Münster ist längst noch keine Fahrradstadt. Hier fahren nur viele Menschen mit dem Fahrrad.“ Kopfsteinpflaster, viele Engstellen besonders im Kreuzviertel ohne Mindestabstand zu den parkenden Autos, die gefährlichen Zufahrten für Radler am Ludgerikreisel, ein vom motorisierten Verkehr kaum beachtetes Überholverbot auf Fahrradstraßen beispielsweise im Bereich der Kanalbrücke Schillerstraße und ein stadtweiter Mangel an komfortablen Radwegen seien Baustellen auf dem Weg hin sind zu einer nachhaltigen und zukunftsweisenden Mobilität in Münster, so die Interessengemeinschaft.

Für Kurt Schmidt (72) aus Karlsruhe, der schon häufig  an den seit 1991 stattfindenden Touren quer durch Deutschland teilnimmt, ist besonders die Fahrt auf der Promenade faszinierend. „Schön beschattet rund um die Stadt. So etwas geht nur in Münster“, schwärmt er. Auch die Radstation am Bahnhof sei „vorbildlich“, meint der rüstige Rentner.

Wie viele andere Teilnehmer auch freut er sich auf das „jährliche Familientreffen der Radfreunde“. Man kennt und schätzt sich von Touren durch nördliche und südliche Bundesländer. In diesem Jahr ist Münster Ausgangspunkt für die Fahrraddemonstration „Vorfahrt für das Klima“ quer durch NRW, die am 7. August im rheinischen Braunkohlerevier enden soll.

Anregungen für bessere Lebensweise

Wolfgang Schuch aus Marburg, der mit seiner Familie ebenfalls schon mehr als ein Jahrzehnt mitradelt, sieht in der Tour mehr als einen Sommerausflug durch schöne Landschaften. „Hier begegnet man Gleichgesinnten, bekommt Anregungen für eine bessere Lebensweise und trifft auf unheimlich viel Sachverstand, wenn es um den Radverkehr der Zukunft geht“, meint er.  Eben ein „rollendes Netzwerktreffen“, so Schuch.

Nach einer Übernachtung im Quartier Waldorfschule Gievenbeck startete die Tour am Sonntagmorgen ab Schlossplatz in Richtung Telgte, wo eine Demonstration mit Bürgerinitiativen gegen den Ausbau der B 51 in Richtung Warendorf stattfinden soll. Für eine klimagerechte Mobilität brauche es Alternativen zum Auto und keinen weiteren Ausbau der Infrastruktur für diese Fahrzeuge, so die Aktivisten.

Am Montag (26.7.) geht es dann weiter zum Brennelemente-Zwischenlager nach Ahaus. „Die Extremwetter der vergangenen Wochen zeigen uns deutlich, warum eine klimafreundliche Fahrrad-Mobilität jetzt unbedingt Fahrt aufnehmen muss“, so Susanne Timm vom Tour-Organisationsteam.

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