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Zugverkehr

EU-Förderung soll Ausbau der Bahnstrecke Münster-Enschede ermöglichen

Münster

Mit dem Ausbau von Bahnverbindungen hat das Münsterland schlechte Erfahrungen gemacht. Jetzt soll auch die Verbindung von Münster nach Enschede aufgerüstet werden. Bei der Finanzierung könnte die EU helfen, wenn denn die Regierungen die Idee unterstützen.

Von Elmar Ries

Noch dieselt die RB 64 eingleisig durch das Münsterland bis nach Enschede Foto: Gunnar A. Pier

Für die Umsetzung der ambitionierten Ziele, der Bahnstrecke zwischen Münster und Enschede ein zweites Gleis zu verpassen, die Strecke obendrein unter Strom zu setzen und bis nach Zwolle durchzubinden, gibt es wo­möglich finanzielle Un­ter­stüt­zung: Die EU fördert so etwas, im Rahmen ihres Projektes Transnationale Netze. Das soll helfen, die großen Verbindungen in Europa aus­zubauen und somit ei­nend zu wirken.

Dr. Markus Pieper, CDU-Europaabgeordneter aus Lotte und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, hat die Initiatoren des Ausbauplans auf diese Spur gesetzt und Bundes­verkehrsminister Andreas Scheuer und dessen niederländische Amtskollegin Cora von Nieuwenhuizen um Un­terstützung gebeten.

Dichtere Taktung vorstellbar

Die Regionalbahn (RB) 64 fährt zwischen Münster und Enschede bislang auf nur ei­nem Gleis und das obendrein mit Diesel – ist ansonsten aber ein Renner. 10 000 Reisende nutzen die Verbindung täglich. Die Bahn, die auf den Namen „Euregio“ hört, ist damit an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt.

Strom über die Gleise und abschnittsweise ein zweites Gleis würden das Problem ­lösen: Weil dann größere Triebwagen fahren könnten. Ein zweites Gleis ließe eine dichtere Taktung zu. Zudem, so der Plan von Euregio, Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem NRW-Verkehrsministerium, könnten die Trieb­wagen dann auch gleich bis Zwolle durchrollen; auf niederländischer Seite ist die Strecke nämlich schon elek­trifiziert. Euregio-Rail-Projekt wurde das Vorhaben getauft.

Chancen auf eine EU-Förderung

Es gibt aber noch zwei weitere Probleme. Zum einen ist das Gesamtprojekt unglaublich teuer. Die Kalkulation beläuft sich auf 850 Millionen Euro. Zum anderen ist die niederländische Regierung davon bislang nicht allzu begeistert. Jedenfalls hat sie es noch nicht in ei­nem dem hiesigen Deutschlandtakt vergleichbaren Strategiepapier fixiert. Das aber, so hatte NWL-Geschäftsführer Joachim Künzel unlängst erläutert, sei Voraussetzung da­für, dass die EU ihre Fördertöpfe öffnet.

Unterstützen Berlin und Den Haag das Projekt, stünden die Chancen auf eine EU-Förderung gut, sagt auch Pieper. „Durch das Projekt werden die Regionen Amsterdam, Münsterland, Twente und Zwolle mit dem North Sea-Baltic Corridor der Transeuropäischen Netze verbunden“, heißt es in einem Brief, den der CDU-Politiker den beiden Ministern geschrieben hat.

Für die Jahre 2021 bis 2027 stellt die EU fast 26 Milliarden Euro für den Ausbau der Europa verbindenden Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt unter anderem auf grenzüberschreitenden Projekten. „Hochrangige EU-Vertreter“, so Pieper, hätten ihm bestätigt, dass das Euregio-Rail-Projekt in den geplanten Förderrahmen passen könnte.

Berlin muss sich jetzt ebenso bewegen wie Den Haag. Im Frühjahr braucht die EU ein Signal, ob das Projekt den Segen beider Regierungen hat. Beim Ausbau der Strecke Münster-Lünen hatte die EU auch Unterstützung signalisiert. Damals hielt sich das Engagement der Bundesregierung jedoch in Grenzen…

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