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Pferdestammbuch geht neue Wege

Erste Auktion mit Fohlen-Embryonen

Münster

Bislang verkauften Pferdezuchtverbände Fohlen auf Live-Auktionen. Jetzt geht die Branche neue Wege. Die Corona-Pandemie drängte das Westfälische Pferdestammbuch mit Sitz in Münster mit Macht ins Online-Geschäft. Dort geht der Zuchtverband jetzt einen Schritt weiter: Am 25. Juli veranstaltet er die deutschlandweit erste Fohlen-Embryonen-Auktion.

Elmar Ries

Corona machte den Präsenz-Auktionen ei­­nen dicken Strich durch die Rechnung. Foto: Matthias Ahlke

Das Westfälische Pferdestammbuch geht in der Vermarktung neue Wege und bietet als erster Zuchtverband auf einer Online-Auktion Fohlenembryonen an. „In den Niederlanden und Belgien gibt es so etwas schon lange“, sagt Geschäftsführer Carsten Rotermund. In Deutschland seien die Westfalen jedoch die ersten, die diesen Schritt gingen. „Wir wollen vorne mit dabei sein“, ergänzt der Vermarktungs- und kommissarische Zuchtleiter Thomas Münch. Am 25. Juli ist es soweit.

Oftmals entstehen Innovationen aus einer Krise: Beim Pferdestammbuch war das im vergangenen Jahr auch so. Corona machte den Präsenz-Auktionen ei­­nen dicken Strich durch die Rechnung. Keine klassische Verkaufsveranstaltungen oder neue Formate? „Wir haben die Online-Auktionen für uns entdeckt“, sagt Rotermund.

Auktionen als Hybrid-Veranstaltungen

Der Erfolg kam eher unerwartet: Eine riesige Resonanz, deutlich mehr verkaufte Pferde und ein um rund drei Millionen Euro höherer Umsatz. Anstelle ei­nes coronabedingt eingepreisten Minus von 400.000 Euro stand am Ende des Wirtschaftsjahres für das Pferdestammbuch ein Plus von 150.000 Euro.

Eine Folge: Künftig wird das Stammbuch alle Auktionen als Hybrid-Veranstaltungen durchführen. Wer live vorbeikommen möchte, ist willkommen. Wer online teilnehmen will, ist es genauso.

Eine weitere Konsequenz aus den erfolgreichen Onli­ne-Vermarktungen ist die erwähnte Em­bryonen-Auk­tion. „Hier geht es um ganz besondere Abstammungen“, sagt Rotermund. Wie beispielsweise Olympiasieger-Gene im Doppelpack. Das Segment ist also klar die Hochleistungszucht. Entspre­chend gering wird das Angebot sein, dafür mutmaßlich sehr in­ternational hingegen die Schar der Interessenten.

Stammbuch trifft Auswahl zugelassener Embryonen

Embryonentransfers bei Stuten sind seit Jahren in allen großen Pferdezuchtgebieten Europas Routine. Generell können so pro Stute mehr Fohlen erzeugt und Sportstuten beispielsweise weiter im Sport eingesetzt werden. Das sind die Vorteile für die Verkäufer. „Die Käufer hingegen können ihre Zuchtlinie optimieren“, so Münch.

Das Stammbuch trifft für die Auktion die Auswahl der zugelassenen Embryonen. Die Kollektion wird wie gewohnt mit allen Informationen bereitgestellt. Käufer müssen die geborenen Fohlen später westfälisch registrieren lassen.

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