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Grundschule in Corona-Zeiten

Die große Erleichterung: i-Dötzchen Hedda über ihr erstes Schuljahr 

Greven

„Hedda ist bereit“ stand im August 2020 auf der Westfalen-Seite unserer Zeitung, darunter eine Geschichte über die Grevenerin, die ihrer Einschulung in diesen ungewöhnlichen Zeiten entgegenfieberte. Aber auf der Titelseite zierte ihr Foto auch den Aufmacher mit der Überschrift „Erste Schulen wieder dicht“. Und genau zwischen diesen Aspekten spielte sich im Schuljahr 2020/21 alles ab. Jetzt blickt sie zurück.

Von Gunnar A. Pier

i-Dözchen Hedda Altfeld in ihrem Klassenzimmer in der Marien-Grundschule in Greven: Ihr erstes Schuljahr stand im Zeichen von Corona. Foto: Gunnar A. Pier

Der gemeinsame Tanz, den die Erstklässler der Marien-Grundschule in Greven am Freitagmorgen auf dem Schulhof aufführten, zeigte die ganze Erleichterung. Endlich Ferien. Aber auch endlich durchatmen mit der Maske unter dem Kinn statt vor der Nase: Hedda strahlt. Es ist wirklich kein leichtes Schuljahr, das sie und ihre Mitschüler hinter sich gebracht haben. Richtigen Unterricht gab es wegen Corona viel zu wenig. Trotzdem blickt das i-Mädchen gerne zurück.

“Hedda ist bereit“, stand Anfang August in unserer Zeitung. Foto: Gunnar A. Pier

„Hedda ist bereit“ stand im August 2020 auf der Westfalen-Seite unserer Zeitung, darunter eine Geschichte über die Grevenerin, die ihrer Einschulung in diesen ungewöhnlichen Zeiten entgegenfieberte. Aber auf der Titelseite zierte ihr Foto auch den Aufmacher mit der Überschrift „Erste Schulen wieder dicht“. Und genau zwischen diesen Aspekten spielte sich im Schuljahr 2020/21 alles ab.

Kein Klassentreffen, kein gemeinsamer Ausflug

Die Pandemie und die Schutzmaßnahmen haben Kindern und Jugendlichen ihr Schülerdasein heftig verhagelt. Wochenlang fiel der Schulbesuch komplett aus, lange Zeit gab es Wechselunterricht, jeder durfte also nur jeden zweiten Tag kommen. Dazwischen: Lernen zu Hause, Zeit totschlagen, irgendwie betreut werden.

Kurz vor der Einschulung hatte Hedda erzählt, dass sie sich am meisten darauf freue, neue Freunde zu finden. In ihrer Klasse kannte sie nur zwei Mitschüler. Hat das geklappt? „Jaa“, strahlt sie heute und zählt lauter Namen auf. Mutter Jenne Altfeld sitzt daneben und staunt: Sie kennt all diese Mädchen nicht.

Auch das ist so eine Folge der Pandemie: Die Eltern der Erstklässler hatten keine Gelegenheit, sich kennenzulernen. Kein Klassentreffen, kein gemeinsamer Ausflug, kein Grillabend für den ersten Austausch. Viele Eltern haben noch nie den Klassenraum ihrer Kinder von innen gesehen. Die neue Welt, in die ihre Kinder gerade aufbrechen, kennen sie nur vom Hörensagen.

Hedda geht gerne hin. Wenn nur das Aufstehen nicht wäre! „Ich möchte fast immer im Bett bleiben“, gesteht sie. Morgenstund hat Streit im Mund: Mama bleibt beharrlich, bis Hedda gegen halb acht losgeht. „Wenn ich auf dem Weg bin, freue ich mich auch“, räumt sie ein . Mathe ist ihr Lieblingsfach, Englisch eher nicht. „Das Lernen macht am meisten Spaß“, behauptet sie – und wieder staunt Mama Jenne über dieses dann doch überraschende Bekenntnis.

Harte Probe

Die Begeisterung für das neue Leben jenseits der Kita wurde in den Wochen, als Hedda wie alle anderen Schüler auch zu Hause lernen musste, auf eine harte Probe gestellt. „In der Schule bin ich schneller, zu Hause viel lahmer“, sagt Hedda. Wieso das? Da zuckt sie mit den Schultern. Vielleicht liegt’s am Spielzeug im Kinderzimmer, an den fehlenden Mitstreitern, vielleicht fehlt genau die neue, aufregende Umgebung in der Schule. „Die größte Herausforderung war die Motivation“, erinnert sich Jenne Altfeld. Während die ältere Tochter Tilda ihren Vierte-Klasse-Stoff selbstständiger bearbeitete, brauchte Hedda mehr Unterstützung.

Doch seit einigen Wochen wird wieder Präsenzunterricht gegeben. Und seit die Kinder auf dem Schulhof ohne Masken toben können, sehen die Mitschüler sich auch so richtig von Angesicht zu Angesicht. Bis dahin, sagt Hedda, habe sie manche nie ohne Maske gesehen. „Aber ich habe mich dran gewöhnt.“ Zum Schulbeginn am Morgen nerve das Ding noch, aber wenn sie mittags nach Hause geht, lässt sie den Mund-Nase-Schutz manchmal auf. Aus Gewohnheit.

Schule findet Hedda also grundsätzlich super – trotzdem freut sie sich auf die Ferien. Warum eigentlich? „Weil ich ausschlafen kann“, sagt sie direkt. Da lacht Mutter Jenne Altfeld und ergänzt: „Das passt wie die Faust aufs Auge!“

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