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Konkurrentin König bereitet Röring Stress

CDU-Mitglieder im Kreis Borken bestimmen ihren Bundestagskandidaten

Kreis Borken

Diese Wahl hatten die CDU-Mitglieder im Kreis Borken schon lange nicht mehr: Sie entscheiden am Freitag, ob Routinier Johannes Röring wieder ihr Kandidat für die Bundestagswahl wird – oder die 36-jährige Anne König. Der trauen Beobachter durchaus einen Wechsel zu.

Josef Barnekamp

Johannes Röring bekommt von einer jungen Frau Konkurrenz. Foto: Fotos: pd/Josef Barnekamp

Am Freitag (28. Mai) wird es spannend bei der CDU des Kreises Borken. Dann haben die rund 3300 wahlberechtigten Christdemokraten im Wahlkreis 126 (Borken II) erstmals seit Langem die Wahl, wen sie bei der Bundestagswahl im September als Direktkandidaten ins Rennen schicken. Mit Anne König (36) aus Borken und Johannes Röring (62) aus Vreden gibt es bei der Aufstellungsversammlung auf einem Bauernhof in Rhede zwei Bewerber, die sich nach Einschätzung vieler im Kreisverband ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern dürften.

Nicht wenige trauen der Lehrerin und stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden im Borkener Kreistag sogar einen Sieg über den früheren westfälischen Bauernpräsidenten Röring zu. Der Landwirt hatte seit 2005 den zwölf Kommunen umfassenden Wahlkreis immer direkt geholt – jeweils mit Ergebnissen, die bundesweit zu den besten gehört hatten. Röring hatte im Vorfeld betont, dass er im September ein letztes Mal antreten wolle.

Kritik an Klientelpolitik für Landwirte

Dass es ungeachtet der auf den ersten Blick ungleichen Startbedingungen ein knappes Rennen geben dürfte, hat nach Ansicht vieler CDU-Mitglieder mit Johannes Röring selbst zu tun. Kritik an seiner Klientelpolitik für die Landwirte hatte es schon bei früheren Wahlen gegeben. Und nicht erst im Zuge der Debatten um Nebentätigkeiten und Zusatzverdienste, die die Union bundesweit durchgerüttelt haben, fiel Rörings Name immer wieder. Seine enorme Ämterhäufung hat der Vredener allerdings reduziert, so hat er zum Beispiel das Amt des Bauernpräsidenten abgegeben. Auch kritisieren Mitglieder in einigen CDU-Ortsverbänden, dass sich Röring außerhalb von Wahlkampfzeiten rar mache.

Angst vor Fehlern

Aber auch König, Lehrerin, Mutter, und mehr als ihr halbes Leben in der Union aktiv, hat es bei den vielen Vorstellungsrunden nach Einschätzung von Teilnehmern nicht überall verstanden, sich als die bessere Wahl zu präsentieren. Sie habe Angst, Fehler zu machen, heißt es. Aber sie fällt auch in diesem parteiinternen Wahlkampf durch Fleiß auf, tingelt durchs Land, besucht Firmen und immer wieder auch landwirtschaftliche Betriebe.

Anne König will für die CDU in den Bundestag – und muss sich dafür gegen Johannes Röring durchsetzen. Foto: Josef Barnekamp

Ungewöhnlich ist die Aufstellungsversammlung am Freitag wegen ihres Prozedere: So gibt es vor Ort Live-Statements der beiden Bewerber, zudem aber auch ein Autokino-Format mit Übertragung der Versammlung. Und auch von zuhause aus kann man sich die Kandidaten-Kür online anschauen: Anschließend bleiben zwei Stunden Zeit, um nach Rhede zu fahren und dort seine Stimme persönlich abzugeben.

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