NRW-Modellprojekt erfreut die Besucher

Billerbecker Freibad öffnet nach langer Pause wieder

Billerbeck

Eine junge Frau nimmt Anlauf. Ab ins Wasser – vom Drei-Meter-Sprungturm des Billerbecker Freibades. Andere Schwimmer schauen sich das von Weitem an. Manche ziehen ganz für sich gemütlich ihre Bahnen. Alles eigentlich nichts Besonderes. Aber das Bad ist am Samstag die allererste öffentliche Badeanstalt in ganz NRW, die nach einem halben Jahr Corona-Zwangspause ihre Tore wieder für das Publikum geöffnet hat.

Stephanie Sieme

Diese Drohnenaufnahme zeigt, wie Gäste im Billerbecker Freibad ihre Bahnen ziehen. Foto: dpa

Dabei gelten strenge Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben. Möglich ist die Öffnung im Rahmen des Projektes „Modellregion“ des Kreises Coesfeld. Dabei besteht die Möglichkeit, Öffnungen in bestimmten Bereichen unter wissenschaftlicher Begleitung auszuprobieren.

Schon ein paar Minuten vor der eigentlichen Startzeit werden die Tore zum Bad geöffnet. Eine Schlange hat sich vor dem Eingang bis fast zur Osterwicker Straße gebildet. „Wir wollten das direkt entzerren“, erklärt Jürgen Maas von der Stadt Billerbeck die vorzeitige Öffnung. Die ersten Schwimmbegeisterten hätten schon um 8.30 Uhr und damit anderthalb Stunden vor Öffnung vor den Toren gestanden, wie Badleiter Adi Bautsch berichtet. Sie kommen nicht nur aus der „Perle der Baumberge“, sondern unter anderem auch aus Düsseldorf, Radevormwald, Tecklenburg, Dortmund, Rheine und Münster. Birgit Markmann ist extra aus dem Kreis Unna angereist. Sie freut sich, nach vielen Monaten endlich mal wieder zu schwimmen.

Lena und Cay Ruhoff aus Senden gehören auch zu den ersten Badegästen. „Wir sind früh aufgestanden, haben unser Frühstück mitgenommen“, erzählt Lena Ruhoff. Die Entscheidung, im Billerbecker Freibad schwimmen zu gehen, hätten sie direkt gefällt, als sie von der Öffnung erfuhren. „Hier im Wasser ist es wärmer als draußen“, so die Sendenerin. 13 Grad sind es. Das Wasser ist auf 21 Grad erwärmt. Ruth Hauling zieht gemütlich ihre Bahnen. „Nur die Dusche war kalt“, sagt die Billerbeckerin, der das nichts ausmacht. Schließlich gehört sie seit vielen Jahren zu den Frühschwimmern, die schon sportlich aktiv sind, wenn für andere gerade der Wecker klingelt.

Schwimmerin Ulla Messing

Zum Kreis der Frühschwimmer gehört auch Ulla Messing, die sich ins Becken gewagt hat. „Da haben wir lange drauf gewartet“, sagt die Billerbeckerin lächelnd. „Ich bin froh, dass es losgegangen ist.“ Das Frühschwimmen startet zwar erst nächste Woche, aber sowohl Ruth Hauling als auch Ulla Messing wollten die Schwimm-Gelegenheit jetzt schon einmal nutzen. „Kalt, kalt, kalt“, ruft Tom seiner Mutter zu, als er die ersten Stufen ins azurblaue Wasser nimmt. Er ist zusammen mit seiner Schwester Nike und Mama Nina Ilic-Weland im Freibad. „Da haben wir lange drauf hin gefiebert“, so die Domstädterin.

Lena und Cay Ruhoff aus Senden gehörten zu den ersten Badegästen des Billerbecker Freibades. Foto: Stephanie Sieme

Die Stimmung auf dem Freibad-Gelände und bei den Schwimmern im Wasser ist mehr als gut. Alle sind gut gelaunt. Die ersten verlassen nach einer halben Stunde wieder das Bad, neue Gäste kommen hinzu. Eine Stunde nach Öffnung befinden sich knapp 60 Personen im Freibad. Die Auslastung beläuft sich auf zehn Prozent. „Das zeigt unsere Besucher-Ampel an“, berichtet Adi Bautsch. Die ist auch auf der Internetseite zu sehen. Bei 249 Besuchern würde sie auf Gelb springen, bei 500 auf Rot. Denn maximal 500 Personen dürfen sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten, im Becken 155 und bei Sprungbetrieb nicht mehr als 140.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Wer das Freibad besuchen möchte, muss eine ärztliche Bescheinigung oder einen negativen Corona-Schnelltest (keine Selbsttests) vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Kinder bis zum Schuleintritt sind vom Vorlegen eines solchen Tests ausgenommen. Auch vollständig Geimpfte sowie Genese brauchen keinen Testnachweis. Für die digitale Nachverfolgung kommt die Luca-App zum Einsatz. Wer kein Smartphone besitzt, kann einen Vordruck, der von der Internetseite des Freibads heruntergeladen werden kann, ausfüllen. Auf dem ganzen Gelände gilt eine Maskenpflicht – nur nicht auf dem direkten Weg ins Wasser.

Badleiter Adi Bautsch zieht kurz nach der Öffnung ein positives Fazit: „Das ist gut gelaufen.“

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