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Berlinale zeigt Film über die Neue Rechte

Berlin (dpa)

Mit «Je Suis Karl» wirft Christian Schwochow ein Schlaglicht auf das Erstarken der Neuen Rechte. Schwere Kost - aber teils wohl auch eine problematische Gratwanderung.

Von dpa

Regisseur Christian Schwochow kommt zur Premiere des Films "Je suis Karl". Foto: Jörg Carstensen/dpa

Christian Schwochow hat auf der Berlinale seinen neuen Film «Je Suis Karl» vorgestellt. «Der Film hat eine unglaubliche Wucht und ist auch einfach schwer anzusehen», sagte Hauptdarstellerin Luna Wedler bei der Vorstellung im Berliner Freiluftkino Friedrichshain am Samstagabend.

«Aber es ist total wichtig, dass wir den angucken und uns konfrontieren mit diesen ganzen Problemen, die heutzutage passieren.» Die Thematik gehe alle etwas an.

Das Drama handelt von Maxi, gespielt von Wedler, die bei einem Terroranschlag ihre Mutter und Brüder verliert. Von Schmerz und Wut getrieben, trifft sie auf Karl, gespielt von Jannis Niewöhner. Der charismatische junge Mann lockt Maxi immer mehr in das Netzwerk der Neuen Rechten. «Diese Rolle ist eine, die sich dadurch auszeichnet, dass er eben wahnsinnig klug und gebildet ist und jemand, der die Leute in seinen Bann ziehen kann», sagte Hauptdarsteller Jannis Niewöhner. Gleichzeitig verfolge Karl jedoch ein klares Ziel und nutze Leute für seine Zwecke.

Schwochow greift mit seinem Drama das Erstarken der Neuen Rechten auf. Er zeigt dabei immer wieder Elemente wie Videos, Musik oder Symbole, die an reale Netzwerke des rechten Spektrums erinnern. Gleichzeitig wirkt es jedoch, als würde «Je Suis Karl» die Neue Rechte an einigen Stellen überhöhen. Als machtvolle, junge Elite, inklusive gewaltsamer Machtergreifung - eine Darstellung, in der sich die Szene vielleicht auch selbst gerne sehen würde.

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