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Seltene Funde bei Grabungsarbeiten im Dernekamp

Wo einst die Germanen wohnten

Dülmen

Im Dernekamp haben Mitarbeiter der Firma „Archäologie am Hellweg“ im Auftrag des Landschaftsverband Westfalen-Lippe mehr als tausend Relikte von der römischen Kaiserzeit (zweites bis viertes Jahrhundert) bis hinein in die Moderne gefunden.

Von DZ

Mehr als tausend Relikte von der römischen Kaiserzeit bis in die Moderne wurden bei den archäologischen Arbeiten im Dernekamp gefunden. Foto: „Archäologie am Hellweg“

Die Tiberstadt hat sich in den vergangenen Jahren schon oft als Fundgrube für Archäologen erwiesen. Das jüngste Kapitel: Im Dernekamp haben Mitarbeiter der Firma „Archäologie am Hellweg“ im Auftrag des Landschaftsverband Westfalen-Lippe mehr als tausend Relikte von der römischen Kaiserzeit (zweites bis viertes Jahrhundert) bis hinein in die Moderne gefunden.

Vor neun Monaten begannen die Fachleute mit ihrer Arbeit. Hintergrund: Die Stadt beauftragte den LWL schon vor Jahren mit Probegrabungen, bevor der Boden im zukünftigen Baugebiet „Auf dem Bleck I“ (Erschließung voraussichtlich ab 2022/23, d. Red) durch neue Wohngrundstücke versiegelt wird. Tatsächlich fanden die Archäologen dann erste Spuren eines germanischen Gehöfts aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert, so Dr. Christoph Grünewald von der LWL-Archäologie.

Im Oktober vergangenen Jahres gingen die Fachleute erneut in die Tiefe, diesmal auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern. Einer ihrer ersten Funde: ein rund 1800 Jahre alter Brunnen, den Grabungsleiter Christian Golücke und sein Team im März dieses Jahres freilegten (DZ berichtete).

Es folgten Keramikscherben auch römischen Luxusgeschirrs, die Handelsbeziehungen mit den ehemaligen Besatzern belegen, sowie eine kleine (drei Zentimeter im Durchschnitt große), aber sehr seltene Gussform, mit dem die Bewohner des Gehöfts Bronzeschmuck wie Nadeln oder Schnallen herstellen konnten. „Der Fund der Gussform ist eine echte Besonderheit“, betont Grünewald. „Funde dieser Art gibt es bisher in Deutschland ganze drei Mal.“

Ein weitere Berichterstattung bringt die Dülmener Zeitung in der Freitagsausgabe.

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