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Marihuanabesitz: Freiheitsstrafe auf Bewährung

Vom Raubopfer zum Angeklagten

Dülmen

Sie sind das Paradebeispiel dafür, wie dieses Sch...zeug das Leben eines jungen Menschen verhunzt.“ Deutliche Worte fand der Staatsanwalt vor dem Amtsgericht gegenüber dem Angeklagten. In der Wohnung des 22-jährigen, einschlägig vorbestraften Mannes hatte die Polizei im August 2020 112 Gramm Marihuana entdeckt.

Von Christian Besse

Der Dülmener kam noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon. Foto: dpa

Sie sind das Paradebeispiel dafür, wie dieses Sch...zeug das Leben eines jungen Menschen verhunzt.“ Deutliche Worte fand der Staatsanwalt am gestrigen Dienstagvormittag vor dem Amtsgericht Dülmen gegenüber dem Angeklagten. In der Wohnung des 22-jährigen, einschlägig vorbestraften Mannes an der Borkener Straße hatte die Polizei im August 2020 insgesamt 112 Gramm Marihuana entdeckt. Vor dem Schöffengericht wurde der Dülmener nun zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten und zwei Wochen verurteilt, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird.

Mit 13 "mit dem Kiffen" angefangen

Damit folgte das Gericht der Empfehlung der Staatsanwaltschaft. Zwar hatte der Dülmener, der nach eigenen Angaben als 13-Jähriger „mit dem Kiffen“ begonnen hatte, schon das fünfte Mal wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor Gericht gestanden. Doch wurde ihm zugutegehalten, dass er voll geständig gewesen war, nicht mit dem Marihuana gehandelt hatte und zur Tatzeit von der Droge abhängig gewesen war. In zwei Wochen, so hatte der 22-Jährige vor Plädoyers und Urteil beteuert, werde er eine berufsbegleitende Maßnahme in Coesfeld beginnen. Mit dem Marihuana habe er inzwischen aufgehört.

Mit Schlagstöcken und Messer bedroht

Sehr ungewöhnlich waren die Umstände, unter denen die Polizei den Stoff gefunden hatte. Die Kriminalbeamten waren von einer Streifenwagenbesatzung in die Borkener Straße gerufen worden, weil sich dort ein Raub ereignet habe. Die Täter waren schon wieder verschwunden, doch der Mitbewohner des 22-Jährigen sagte nun vor Gericht aus, dass drei Männer diesen unter anderem mit Schlagstöcken und einem Messer bedroht hätten. Angeblich wollten sie damit 50 Euro wiederbekommen, die der Dülmener ihnen schuldete, hieß es vor Gericht.

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