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Patienten kommen nach Coesfeld und Nottuln

So läuft am Sonntag die Krankenhaus-Evakuierung

Dülmen

Es ist eine Mammutaufgabe: Am Sonntag muss das gesamte Dülmener Krankenhaus geräumt werden. Wie das genau funktioniert und was am Sonntag bei Notfällen wichtig ist, lesen Sie hier.

Von Kristina Kerstan

Am Sonntag muss das Dülmener Krankenhaus evakuiert werden. Foto: Christophorus Kliniken

Ob das Dülmener Krankenhaus schon einmal komplett geräumt werden musste? Dr. Mark Lönnies, Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken, kann sich an eine solche Situation jedenfalls nicht erinnern. Einzelne Stationen oder Abteilungen ja - aber nie das gesamte Gebäude.

Am kommenden Sonntag, 27. Juni, wird in Dülmen ein Blindgänger-Verdachtspunkt am Mühlenweg untersucht. Ab 11 Uhr müssen daher rund 2500 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Auch das Krankenhaus, das Hospiz, drei Senioreneinrichtungen und Teile der Innenstadt liegen im Evakuierungsbereich und werden daher geräumt. Über 500 Einsatzkräfte von verschiedenen Hilfsdiensten sind, größtenteils ehrenamtlich, im Einsatz.

Krankenhaus-Evakuierung startet um 8 Uhr

„Wir wurden frühzeitig von den Plänen der Stadt informiert und bereiten die Aktion seit Wochen intensiv vor“, berichtet Lönnies. Die Kliniken seien seit Tagen von der Notfallversorgung (Krankenhaus) beziehungsweise der Pflichtversorgung (Klinik am Schlossgarten) abgemeldet, damit möglichst wenige Patienten betroffen sind. Ab 8 Uhr am Sonntag startet dann die eigentliche Evakuierung. „Die Patienten, die bis jetzt noch nicht entlassen oder verlegt wurden, werden nun verlegt“, erläutert Lönnies.

DRK und Malteser helfen dabei. Aus dem Krankenhaus werden vermutlich zehn bis zwölf Personen mit Rettungswagen zum Klinik-Standort nach Nottuln gebracht. „Pflegerisches und ärztliches Personal aus Dülmen begleitet die Patienten und stellt so eine kontinuierliche Versorgung aus einer Hand vor Ort sicher“, betont der Geschäftsführer. „Nach Ende der Aktion begleitet es die Patienten auch wieder zurück zum Standort Dülmen.“

Intensiv-Patienten kommen nach Coesfeld

Patienten auf der Intensivstation (Lönnies geht von maximal ein bis zwei Fällen aus) werden mit einem speziellen Rettungsfahrzeug nach Coesfeld verlegt und dort weiter intensivmedizinisch versorgt, ebenfalls begleitet von Pflegepersonal und Ärzten. Falls ein Patient mit einer Covid-Infektion verlegt werden muss, geschehe dies unter besonderen Schutzmaßnahmen, betont Lönnies.

Schlossgarten-Patienten werden nach Nottuln verlegt

Die rund 20 Patienten der Schlossgarten-Klinik werden am Sonntag ebenfalls teilweise nach Nottuln verlegt und dort in Begleitung von Ärzten und Pflegekräften versorgt. Etwa drei bis vier Personen, die eine geschützte Umgebung benötigen, sollen vorübergehend in umliegenden Kliniken aufgenommen.

Das ist im Notfall wichtig

Im Notfall kann am Sonntag weiter die 112 gewählt werden. Die Rettungsdienste sind informiert und fahren bei Bedarf in umliegende Krankenhäuser. Wichtig ist, sich am Wochenende nicht selbst zum Dülmener Krankenhaus zu begeben, betonen die Kliniken.

Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die eine sofortige stationäre Aufnahme benötigen, können sich an die LWL-Klinik in Münster oder die psychiatrische Klinik des Klinikums Westmünsterland (St.-Vinzenz-Hospital) in Rhede wenden.

Wie sich die drei Seniorenheime und das Hospiz auf die Evakuierung vorbereiten und viele weitere Infos zu dem Thema finden Sie in der DZ von Freitag.

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