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Amtsgericht stimmt Antrag des Dülmener Unternehmens zu

Segbers will sich in Eigenverfahren sanieren

Dülmen

Mit einem sogenannten Eigenverfahren will sich das Dülmener Unternehmen Segbers Bedachungen sanieren. Für die Kunden ändere sich dabei nichts, die Arbeiten auf den Baustellen gehen weiter, betont der Geschäftsführer gegenüber der DZ.

n einem sogenannten Eigenverfahren will sich Segbers Bedachungen sanieren. Am Donnerstag gab das Amtsgericht Münster den entsprechenden Anträgen statt. Foto: Segbers

Sich nachhaltig zu sanieren: Das ist das Ziel von Segbers Bedachungen. Für das Dülmener Unternehmen wurden daher beim Amtsgericht Münster Anträge auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt, dem das Gericht am Donnerstag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet hat.

Denn Lieferengpässe und Preissteigerungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gefährdeten mittelfristig einen geordneten Fortbestand des Unternehmens, heißt es in einer Mitteilung. Um rechtzeitig gegensteuern zu können, habe man sich für den Schritt hin zu einem Eigenverwaltungsverfahren entschieden.

So läuft ein Eigenverwaltungsverfahren

Bei einem solchen bleibt die unternehmerische Verantwortung bei der bisherigen Geschäftsführung. Sie führt den Sanierungsprozess selbstständig und ohne Insolvenzverwalter, aber mit einem zur Seite gestellten Sachwalter durch.

Das Amtsgericht Münster hat den Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht, Dr. Norbert Küpper aus Verl, als vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Sachwalter übernimmt eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen. Seit 2012 ist eine solche Sanierung unter dem Schutz des Gesetzgebers möglich.

Geschäftsführer: Für Kunden ändert sich nichts

„Ziel ist die Fortführung des Unternehmens und der Erhalt der Arbeitsplätze“, heißt es in der Mitteilung. „Das Unternehmen arbeitet unverändert weiter und die Baustellen des Unternehmens bleiben während des Verfahrens unverändert geöffnet.“

Für die Kunden werde sich nichts ändern, versichert Geschäftsführer Domenic Conrad. „Die Leistungsfähigkeit der Baustellen ist weiterhin gesichert.“

Segbers will Sanierungskonzept erarbeiten

Über das Verfahren sind die etwa 56 Mitarbeiter bereits informiert worden. Ihre Löhne und Gehälter werden für drei Monate von der Agentur für Arbeit übernommen, danach wieder von Segbers.

Man werde nun zusammen mit den Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp und plenovia ein tragfähiges Sanierungskonzept entwickeln, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmen müssen.

„Das Eigenverwaltungsverfahren bietet Unternehmen die Chance, den nun zu erarbeitenden Sanierungsansatz schneller und effektiver umsetzen. Die wichtigsten Lieferanten haben bereits zugesichert, weiter zu dem Unternehmen zu stehen und den eingeschlagenen Weg mitzugehen“, betont Domenic Conrad.

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