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Fraktion will Platzgestaltung abwarten

Relief: Grüne ziehen Antrag zurück

Dülmen

Soll das an die Zerstörung Dülmens erinnernde Bronzerelief weiterhin seinen Platz haben neben dem Löwendenkmal? Darüber sollte am Dienstag im Kulturausschuss diskutiert werden. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Denn am Montag kündigte die Grünen-Fraktion an, ihren Antrag für den Ausschuss zurückzuziehen.

Von DZ

Für lebhafte Debatten rund um Bronzerelief und Löwendenkmal hatte der Antrag der Grünen-Fraktion um Sprecher Florian Kübber gesorgt, die einen neuen Standort fürs Relief ins Spiel brachte. Jetzt ziehen die Grünen den Antrag zurück, der am Dienstag Thema gewesen wäre im Kulturausschuss. Foto: privat

Soll das an die Zerstörung Dülmens erinnernde Bronzerelief weiterhin seinen Platz neben dem Löwendenkmal haben? Nachdem die Grünen-Fraktion per Antrag sich für einen neuen Standort stark gemacht hatte, nahm eine lebhafte Debatte Fahrt auf. Unter anderem auch per Leserbriefe in der Dülmener Zeitung meldeten sich zahlreiche Diskutanten zu Wort.

Alles sah danach aus, dass am Dienstagabend  im Kulturausschuss eine längere Debatte über den Antrag anstehen würde - zumal die Stadt sich gegen einen Relief-Umzug ausgesprochen hatte (DZ berichtete). Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Denn am Montag kündigte die Grünen-Fraktion an, ihren Antrag für den Kulturausschuss zurückzuziehen. „Wir sehen, dass es einer intensiveren öffentlichen Meinungsbildung bedarf, um über einen möglichen neuen Standort zu entscheiden“, begründet Fraktionssprecher Florian Kübber den Schritt.

Große öffentliche Diskussion angestoßen

Er zeigte sich in einer Mitteilung sehr zufrieden damit, welche Wirkung mit dem Antrag erzielt worden sei. „Wir haben wieder einmal eine große öffentliche Diskussion angestoßen, damit ist es uns erst einmal gelungen, das Relief und die Bedeutung im Rahmen eines Diskurses zur Erinnerungskultur in den Fokus zu rücken“, so Kübber. Über den Inhalt der Debatte zur Umsetzung des Bronzereliefs sei man jedoch etwas enttäuscht. „Vor allem die historisch-kulturelle Komponente war dominierend, der künstlerisch-ästhetische Aspekt ist dabei ganz in den Hintergrund gerückt“, betont Kübber.

Und auch der eigentlichen Standort-Absicht des Initiators August Deckenhoff sei kein Gewicht eingeräumt worden. „Der aktuelle Standort des Reliefs ist ja nur ein Kompromiss gewesen, es war ja ein ganz anderer Ort vorgesehen. Deshalb halte ich es für völlig verfehlt, von einem Vermächtnis zu sprechen. Und ob wirklich zwei Erinnerungsorte aus den beiden Weltkriegen kombiniert werden müssen, halte ich zumindest für diskutabel.“ Ursprünglich war geplant, das Relief an der Scharre aufzuhängen (DZ berichtete).

Mit dem Antrag-Rückzug für den Ausschuss am Dienstag wollen die Grünen nach eigenen Angaben das Thema jedoch nicht ruhen lassen. Weitere Berichterstattung zum Thema in der Dienstagsausgabe der DZ.

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