1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Duelmen
  4. >
  5. DZ: „Psychisch gelitten haben sie alle“

  6. >

DZ-Umfrage zum Homeschooling

„Psychisch gelitten haben sie alle“

Dülmen

Das Corona-Schuljahr geht am heutigen Freitag zu Ende. Hat sich das Distanzlernen auf die Noten beziehungsweise auf die Zeugnisse ausgewirkt, fragte die DZ die Leiter von Dülmener Schulen.

Von Christian Besse

Mit ihren Zeugnissen gehen die Schüler in die lang ersehnten Sommerferien. Foto: Emilie Bujak

Das Schuljahr in Nordrhein-Westfalen geht am heutigen Freitag zu Ende. Ein alles andere als normales Jahr - für Lehrer und Eltern, vor allem aber für die Schüler, die lange Zeit alleine und fern der Klassenkameraden zu Hause büffeln mussten. Hat sich das Distanzlernen auf die Noten beziehungsweise auf die Zeugnisse ausgewirkt, fragte die DZ die Leiter von Dülmener Schulen.

„Wir hatten tatsächlich recht positive Ergebnisse“, antwortete Maike Verwey vom Clemens-Brentano-Gymnasium. Ganz spurlos sei das Distanzlernen aber auch nicht spurlos vorbeigegangen. Es habe sich bei Weitem nicht in allen, aber in manchen Fällen eine Schere aufgetan zwischen Kindern aus bildungsnahen Elternhäusern, die unterstützt worden seien, und bildungsfernen Haushalten, wo das nicht so der Fall sei, so Verwey. Manche Kinder hätten auch der Versuchung nachgegeben, während des Distanzlernens die Situation, dass die Eltern ihrem Beruf hätten nachgehen müssen, nachgegeben und nicht so gelernt hätten, wie sie sollten. Da habe in manchen Fällen auch die Pubertät eine Rolle gespielt.

"Hilfe der Eltern gefordert"

„Beim Distanzlernen ist die Hilfe der Eltern gefordert, gerade bei den Schülern der Klassen 1 und 2“, sagt Maria Maas, Leiterin der St.-Mauritius-Grundschule Hausdülmen. „Wir haben das große Glück, dass wir eine sehr gute Elternschaft haben, die sehr gut mitgezogen hat. Wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist, kann ein Kind in diesem Alter seine Leistung nicht bringen. In Videokonferenzen konnte man schon merken, welches Kind gelernt hat und welches eher nicht“, so Maas.

Nicole Hashemian, Leiterin der Marienschule, konnte ebenso wie ihre Kollegin Verwey vom Brentano-Gymnasium keinen allgemeinen negativen Effekt des Homeschoolings auf die Zeugnisse ausmachen. Die Leistungen während des Distanzlernens seien nicht das eigentliche Problem. „Was den Schülern am meisten gefehlt hat, war das soziale Miteinander- zum Beispiel die Klassenfahrten. Wir haben versucht, dass im Präsenzunterricht so gut wie möglich aufzufangen. Da gibt es einiges nachzuholen.“

"Leistungen machen uns keine Sorgen"

Maike Verwey: „Die Leistungen machen uns keine Sorge. Wir können die Defizite, die entstanden sind, in den nächsten beiden Jahren wieder ausgleichen. Mir bereitet eher Sorge, wie die Kinder psychisch wieder in den Schulalltag finden.“ Sie wolle nicht pauschalisieren, so die CBG-Leiterin. Einige seien gut durch die Krise gekommen, andere weniger. „Aber psychisch gelitten haben sie alle.“

Mehr zum Thema in der Freitagsausgabe der DZ

Startseite