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Polizeikontrolle am frühen Morgen in Merfeld

Mit Tempo 112 durch die 70er Messstelle

Dülmen

An der L600 in Merfeld hat die Polizei Coesfeld am Dienstag Geschwindigkeitskontrollen auf Höhe der Wildpferdebahn durchgeführt. Ab 5.30 Uhr ging es in diesem Jahr erneut um die Senkung der Wildunfallzahlen.

Verkehrsteilnehmer sollten den Fuß vom Gas nehmen, wenn sie Rehe am Straßenrand oder angrenzenden Flächen entdecken. Foto: dpa

Dazu gehöre es auch, mit angemessener Geschwindigkeit zu fahren, wie Thomas Eder, ranghöchster Polizist im Kreis, sagt. Die Uhrzeit war bewusst gewählt, da zwischen 6 Uhr und 8 Uhr die Unfallgefahr sehr hoch ist.

„Im Morgengrauen sind viele Tiere zu Beginn des Frühjahrs besonders aktiv. Sie sind auf der Suche nach einem eigenen Revier. Nach der Zeitumstellung fällt die morgendliche Dämmerung mit dem Berufsverkehr zusammen“, so Thomas Eder.

Von rund 1300 gemessenen Fahrzeugen waren 74 schneller als die erlaubten 70 Stundenkilometer. Der morgendlich schnellste rauschte mit Tempo 112 durch die Messstelle, was nach Abzug der Toleranz ein Bußgeld von 200 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünderdatei für den Fahrer bedeutete.

Sieben Personen bei Unfällen schwer verletzt

Wie notwendig die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer ist, zeigt die Unfallstatistik. Im gesamten Kreis Coesfeld sind die Wildunfallzahlen gestiegen. Lag der Anteil an den Gesamtunfällen 2018 noch bei 22 Prozent, befindet er sich im Jahr 2022 bei rund 29 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden sieben Personen schwer verletzt. Im Jahr davor waren es zwei.

Um Wildunfälle zu reduzieren, braucht es verschiedene Akteure, die zusammenarbeiten, wie Thomas Eder sagt. „Erfolgversprechend sei daher nur ein Ansatz, der die Jägerschaft, die Landwirtschaft, die Straßenbaulastträger, die Forstwirtschaft, die Straßenverkehrs- und die Jagdbehörde, die Fahrlehrerschaft sowie den Naturschutz mit ins Boot nimmt.“

Aus diesem Grund treffen sich seit 2020 zweimal im Jahr alle beteiligten Akteure zu einem Netzwerktreffen. Franz-Josef Schulze Thier von der Kreisjägerschaft Coesfeld begrüßt die Zusammenarbeit mit der Polizei und weiteren Akteuren. Er begleitete die Polizisten am Dienstagmorgen. „Wir haben hoffentlich Leute für das Thema sensibilisieren können.“

Die Maßnahme soll bei allen Verkehrsteilnehmern im besten Fall auch eine Verhaltensänderung herbeiführen, wie Thomas Eder sagt; „Nur wer mit angemessener Geschwindigkeit fährt, hat eine Chance den Wildunfall zu vermeiden.“

Welche finanziellen Folgen Wildunfälle haben können und weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Mittwochsausgabe der DZ oder im E-Paper.

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