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Jugendamtsleiter Norbert Dikomey über Krisen in Familien

"Mehr Mehrfachhilfen notwendig

Dülmen

Der Entwurf zum städtischen Haushalt 2022, den Bürgermeister Carsten Hövekamp und Kämmerer Christian Röder in der vergangenen Woche im Rat einbrachten (DZ berichtete), sieht Mindereinnahmen - etwa bei den Gewerbe- oder Einkommenssteuern - aber Mehrausgaben - etwa im Bereich der Jugendhilfe - vor, die im Zusammenhang mit den Coronaeinschränkungen stehen. Haben Homeoffice und Homeschooling die Familien so belastet, dass es dort vermehrt zu Krisen gekommen ist? DZ-Redakteurin Claudia Marcy fragte bei Norbert Dikomey nach, dem Leiter des Jugendamtes Dülmen.

Von Claudia Marcy

Die Coronasituation hat Jugendliche und Familie zusätzlich belastet - und das in einer Situation, in der Familien aus unterschiedlichen Gründen immer stärker unter Druck geraten und es verstärkt aus unterschiedlichen Gründen zu Konflikten kommt.  Foto: dpa

Der Bürgermeister hat in seiner Haushaltsrede davon gesprochen, dass die Jugendhilfe im kommenden Jahr mehr Geld benötigt. Bereits in diesem Jahr seien die Kosten im Mittel um mehr als zehn Prozent gestiegen. Was sind die Gründe für den erwarteten Kostenanstieg ?

Norbert Dikomey: Die Fallzahlen für die meisten Hilfen und Unterstützungsangebote sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies betrifft sowohl die ambulanten als auch die stationären Hilfen zur Erziehung. Neben allgemeinen Kostensteigerungen (Stundensätze ambulant / Tagessätze stationär) sind zudem in immer mehr Fällen Mehrfachhilfen notwendig, um die zwischen Familien und Jugendamt im Hilfeplan vereinbarten Ziele zu erreichen. Dies führt zu insgesamt höheren Aufwendungen.

Wie muss man sich das vorstellen: Erhält das Jugendamt vermehrt „Hilferufe“ von Jugendlichen, die mit der Situation nicht klarkommen oder sind es Lehrer, Sozialarbeiter oder Nachbarn, die Auffälligkeiten melden, sodass die Jugendhilfe dann eingreift und tätig wird?

Dikomey: In 2020, dem ersten Corona-Jahr, sind die Fallzahlen insgesamt nicht entsprechend gestiegen. Dies ist unter anderem dadurch begründet, dass Kitas und Schulen lange nur einen eingeschränkten Betrieb hatten oder ganz geschlossen waren. Inzwischen nehmen wieder vermehrt Eltern und Erziehungsberechtigte Kontakt mit dem Jugendamt auf. Gleiches gilt für Erzieher in Kitas, Lehrer, Kinder- und Jugendärzte und Verwandte.

(Das komplette Interview lesen Sie in der Samstags-Printausgabe der Dülmener Zeitung sowie im E-Paper.)

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