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Trickbetrüger setzen Seniorin am Telefon massiv unter Druck

„Mama, ich habe einen Unfall gebaut, bitte hilf mir!“

Hausdülmen.

Trickbetrüger setzten eine Hausdülmenerin am Telefon massiv unter Druck, so dass die Frau ihnen eine hohe Geldsumme aushändigte. Die Situation belastete die Seniorin so sehr, dass von Familienmitgliedern später ein Rettungswagen alarmiert werden musste.

 Von Dülmener Zeitung

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Die Polizei sucht nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können. Wie es zu dem Betrug kam, schildert sie eindringlich.

Bei der Seniorin, die am Neusträßer Ring wohnt, klingelte am Dienstag gegen 10 Uhr das Telefon. Eine weibliche Stimme eröffnete das Gespräch mit den Worten „Mama, ich habe einen Unfall gebaut, bitte hilf mir!“. Im Verlauf des Gespräches erklärte diese Frau dramatisch, dass bei dem Unfall eine Frau und ihre vier Kinder verstorben seien. Aus diesem Grund sitze sie, die vermeintliche Tochter, im Gefängnis der Polizei und käme nur frei, wenn sie eine hohe Geldsumme als Kaution aufbringe.

Die ältere Dame versprach zu helfen und suchte alles an Bargeld zusammen, was sie finden konnte. Immer wieder klingelte das Telefon der Dülmenerin und die unbekannten Täter setzten die Frau weiter unter Druck. Eine vermeintliche Polizistin bestätigte den Sachverhalt.

Der zusammengesuchte Geldbetrag reichte den Tätern nicht. Sie forderten die Seniorin dazu auf, Bargeld an der Bank abzuheben und Schuck in der Wohnung zusammenzusuchen. Des Weiteren verbot man ihr mit einer dritten Person über die Thematik zu sprechen. Die Dülmenerin erklärte, nicht zur Bank fahren und somit nicht mehr anbieten zu können, als das Geld, was sie im Haus habe.

Schließlich vereinbarte man mit ihr einen Abholtermin um 12.30 Uhr bei ihr Zuhause. Der Schwager der verunglückten Frau würde das Geld bei ihr abholen, teilte man ihr mit. So erschien gegen 12.30 Uhr eine männliche Person, die die Seniorin wie folgt beschreibt: 40 bis 50 Jahre alt, . 1,80m bis 1,85 Meter groß, schlank, dunkle Haare, keinen Bart, dunkelblaue Weste, schwarze Hose.

Bei der Geldübergabe sprach der unbekannte Täter kein Wort. Zudem konnte die Geschädigte nicht erkennen, womit er angereist war.

Dem Enkel, der einige Zeit später zu Besuch kam, fiel sofort auf, dass mit seiner Oma irgendetwas nicht stimmte und rief seine Mutter hinzu. Dieser erzählte die Dülmenerin dann völlig aufgelöst und immer noch im Glauben an den Sachverhalt, der ihr unter massivem Druck vermittelt wurde, was geschehen war.

Die Tochter durchschaute den Betrug und alarmierte die Polizei. Ein Rettungswagen musste ebenfalls hinzugezogen werden, um die aufgelöste Seniorin zu behandeln.

Die Polizei bittet um Hinweise, die bei der Ermittlung der Täter hilfreich sein könnten. Wer hat in dem Zeitraum im Bereich des Tatorts (Neusträßer Ring) verdächtige Beobachtungen gemacht oder auswärtige Fahrzeuge / fremde Personen festgestellt, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten? Hinweise erbeten unter Telefon 02594-7930.

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