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Konrektoren für alle Grundschulen

Gute Idee ohne konkreten Plan

Dülmen

Grundsätzlich begrüßen die von der DZ befragten Dülmener Lehrer die Idee der Landesregierung, künftig auch Grundschulen mit weniger als 180 Schüler mit einer Konrektoren-Stelle auszustatten. Doch dem Plan fehle noch das richtige Konzept.

Von Patrick Hülsheger

Die Grundschule in Hiddingsel ist die kleinste Schule in Dülmen. Nach dem Willen der Landesregierung soll auch sie bald eine Konrektor-Stelle bekommen. Foto: Teamfoto Marquardt

In Nordrhein-Westfalen sollen demnächst auch kleinere Grundschulen mit weniger als 180 Schülern einen Konrektor bekommen. Der Landtag hatte am vergangenen Donnerstag mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet. Der Stellenaufbau gehört zum Masterplan Grundschule der Landesregierung.

Grund für den Gesetzesentwurf sei es unter anderem, dass auch die Leitungen kleinerer Grundschulen zunehmend mit Organisationsaufgaben beschäftigt seien, beispielsweise durch den Ganztag, heißt es aus Kreisen der NRW-Landesregierung.

Zwei Schulen in Dülmen betroffen

In Dülmen fallen aktuell zwei Grundschulen in die Kategorie mit unter 180 Schülern. Wobei sich dies zum kommenden Schuljahr wohl ändern wird. Denn die Mauritius-Grundschule in Hausdülmen kommt aktuell auf 177 Schüler, werde aber im Sommer die 180er-Marke knacken. Unter 180 Schülern liegt zudem die St.-Georg-Grundschule in Hiddingsel, hier werden aktuell 99 Schüler unterrichtet.

Hausdülmens Schulleiterin Maria Maas findet die Idee grundsätzlich gut. „Es macht Sinn, denn man kann sich austauschen und auch Aufgaben verteilen“, sieht sie in einem Leitungsteam Vorteile. Allerdings hat die Schulleiterin noch Zweifel an der Umsetzung. „Ich frage mich, wo die ganzen Konrektoren herkommen sollen. Wir haben ja jetzt schon Probleme, alle Rektorenstellen zu besetzen“, so Maas. „Wo kommen die Leute dann her? Die werden dann gebacken, oder wie ist der Plan?“, fragt Maas etwas überspitzt.

Konzept fehle

Daher habe sie Zweifel, dass sich das Vorhaben einfach umsetzen lasse, wie es am grünen Tisch erarbeitet wurde. „Uns Lehrern sagt man immer, ,Schreiben Sie ein Konzept´, das fehlt mir aktuell noch.“ Auch bei anderen Punkten sehen die Schulleiterinnen noch Klärungsbedarf. Beispielsweise gehe es um die Frage, ob die Schulleiter dann Leitungsstunden an ihre Konrektoren abgeben müssten. Diese Stunden werden über einen Schlüssel je nach Größe der Schule vergeben. Sprich: Diese Stunden verbringt ein Rektor oder eine Rektorin nicht im Unterricht. So gibt es für die Schule in Hiddingsel 17 Leitungsstunden in der Woche.

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