1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Duelmen
  4. >
  5. „Es geht um Menschenleben“

  6. >

Dülmener Feuerwehrleute und THW-Kräfte helfen in Hochwassergebieten

„Es geht um Menschenleben“

Dülmen

Rettungskräfte von Feuerwehr und THW aus Dülmen sind in den Hochwassergebieten bei Aachen und Düsseldorf im Einsatz. Die Situation vor Ort ist dramatisch. Menschenleben müssen gerettet werden, sagt Kreisbrandmeister Christoph Nolte.

Von Claudia Marcy

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer von THW und Feuerwehr - darunter auch Dülmener - waren in den Hochwassergebieten im Einsatz. Foto: dpa

Was wir hier machen? Wir retten Menschenleben!“ Die Stimme von Kreisbrandmeister Christoph Nolte am Telefon klingt ruhig, lässt aber den Ernst der Lage zweifelsfrei erkennen. Der Coesfelder befindet sich am Donnerstagvormittag in der Einsatzleitung der Feuerwehr in Eschweiler.

Die Situation stellt sich für den erfahrenen Feuerwehrmann dramatisch dar. Ein Krankenhaus müsse evakuiert werden, berichtet er. Die Feuerwehr transportiere die Patienten aus den unteren Etagen aufs Dach, wo sie von Rettungshubschraubern weggebracht werden. Auch aus Wohnungen müssten Menschen gerettet werden. Ganze Straßenzüge in Eschweiler seien aufgegeben, sagt Nolte. Was das heißt? Menschen sind dort nicht mehr, die Häuser sind sich selbst und den Fluten überlassen.

Neben der Feuerwehr sind Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Kreis Coesfeld mit über 31 Einsatzkräften in den Hochwasser-Schadensgebieten in NRW im Einsatz, heißt es auf der Facebook-Seite des THW. Mario Rentemeister, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbands Dülmen, hatte am Donnerstagvormittag bereits erste Informationen über die Hilfeleistungen, die gefordert waren.

In Dülmen stellt sich die Situation entspannt dar. Zwar hat die DZ-Wetterstation am Mittwoch 34,2 Liter Niederschlag verzeichnet. Die größte Menge fiel dabei mit 27,6 Liter zwischen 16 und 20 Uhr. Aber die umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt nach den beiden Jahrhunderthochwassern in Buldern und Hiddingsel 1998 und 2004 in die Wege leitete, haben sich bezahlt gemacht.

Entspannte Lage in Dülmen

Außerdem hatte die Stadt im Vorfeld „die wichtigen Anlagen unserer Kanalisation überprüft und Abflüsse und Schutzgitter nachgereinigt, sodass das Wasser ungehindert abfließen konnte“, wie Bernadette Geiger, Technische Abteilungsleiterin Abwasserwerk berichtete. „Die Anlagen haben planmäßig funktioniert“, konnte sie gestern feststellen. Stellenweise sei es zu einer hohen Auslastung der Kanalisation gekommen, gravierende Folgen seien aber ausgeblieben. Schadensmeldungen aus Privathaushalten liegen der Stadt bisher nicht vor.

Die Bilder aus den Hochwassergebieten wecken bei vielen Buldernern Betroffenheit, aber auch Mitgefühl mit den Anwohnern, ist sich Ortsvorsteher Christoph Wübbelt sicher. Noch vielen sei gut in Erinnerung, was es bedeutet, sein Hab und Gut in den Fluten versinken zu sehen. Vor allem, weiß Wübbelt aus eigener Erfahrung, dauere es Wochen und Monate, bis die Schäden beseitigt sind. Auch heute noch, werde den Wetterberichten, die solche Starkregenereignisse ankündigen, in Buldern besondere Beachtung geschenkt.

Startseite