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Prof. Hans-Ulrich Thamer zeigt die Entstehung des Hitler-Bildes in der NS-Zeit

„Er kam aus dem Nichts“

Dülmen. Auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte blickte Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer in seiner Vorlesung im Rahmen der Dülmener Kinder-Uni. Unter dem Motto „Als Opa zum Führer marschierte“ zeigte Thamer, wie das Hitlerbild in der NS-Zeit geformt wurde und erläuterte, welche Dinge, die bei der Verherrlichung keinen Platz fanden, verschwiegen wurden.

Patrick Hülsheger

Viele Fragen hatten die Studenten der Kinder-Uni an Professor Hans-Ulrich Thamer. Foto: Hülsheger

Anhand von verschiedenen Bildern Hitlers zeigte er auf, wie das Hitlerbild in Deutschland geschaffen wurde. „Er kam aus dem Nichts und hatte keine Ausbildung. Es gab aber Bilder“, so Thamer. So zeigte er viele gestellte Bilder, mit denen damals das Führerbild gezeichnet wurde. Dazu aber auch Beispiele von Fotos, die später verboten wurden und ausländischen Karikaturen, die die Boshaftigkeit Hitlers zeigten.

In den Schulaufsätzen, die nach dem Ende der NS-Diktatur verfasst wurden, kamen dann positive und negative Empfindungen von Jugendlichen vor. So auch die Entwicklung, dass ein Junge die Aufmärsche zunächst positiv empfand, sie später durch ständigen Drill aber an Reiz verloren. Ein weiterer Aufsatz zeigte die Freude eines Jungen, dass Hitler in seiner Stadt war, schließlich habe er ihn ja noch nie gesehen. Andere berichteten nicht so euphorisch, hatten sie die dunkle Seite der NS-Diktatur kennengelernt, weil sie jüdischer Herkunft waren oder aber die Verhaftung des Vaters miterleben mussten.

Die jungen Studenten hörten den Ausführungen gespannt zu und hatten am Ende viele Fragen parat. So wollten sie wissen, woher der Judenhass Hitlers kam, ob es richtig sei, dass Hitler im Ersten Weltkrieg fast vergiftet worden sei und warum es Hitler in der Politik so weit gebracht habe, obwohl er aus armen Verhältnissen kam. Auch hier konnte Thamer aufzeigen, dass in vielen Fällen Hitler glorifiziert wurde.

  • Die nächste Vorlesung der Dülmener Kinder-Uni ist am Freitag, 3. März. Dann spricht Prof. Dr. Johannes P. Wessels, vom Institut für Kernphysik über „Die Urknallmaschine.“ Achtung: Die Vorlesung beginnt erst um 16 Uhr.
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