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Karl Eisenbarth: „Sie war ein Stein des Anstoßes“

Emmerick-Kommission hat neuen Vorsitzenden

Dülmen

Die bischöfliche Kommission „Anna Katharina Emmerick“ hat einen neuen Vorsitzenden: Pfarrer Peter Nienhaus überreichte stellvertretend die von Bischof Felix Genn unterschriebene Ernennungsurkunde an Karl Eisenbarth.

Pfarrer Peter Nienhaus aus Dülmen überreicht stellvertretend die Ernennungsurkunde des Bischofs an den neuen Vorsitzenden der bischöflichen Kommission, Karl Eisenbarth. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Albracht

Mehr als 25 Jahre hat der Rekener als Leiter und Geschäftsführer für die katholische St.-Josephs- und Gertrudis-Stiftung in Dülmen gearbeitet. Die Stiftung ist Trägerin der Kiwo Jugendhilfe.

„Da sie in den Wirkungskreis der Pfarrei Heilig Kreuz gehört, kannte ich Pfarrer Nienhaus und wusste auch um die selige Anna Katharina - wenn auch mehr aus der Entfernung“, berichtet der 69-Jährige. Doch diese Entfernung sollte sich ändern, als Nienhaus fragte, ob er sich eine Mitarbeit in der Kommission vorstellen könne.

„Das hat sicherlich mit Anna Katharina, aber auch mit meinem ‚wirren‘ Geist zu tun“, sagt Eisenbarth mit einem Lachen. Der gebürtige Rheinländer liebt es, um die Ecke zu denken und Fragen zu stellen. „Deshalb fand ich es reizvoll, in der Kommission mitzuarbeiten. Denn es ist überwiegend Denkarbeit. Wir setzen uns mit urchristlichen Themen und Fragen der heutigen Zeit auseinander. Das finde ich interessant“, berichtet Eisenbarth, der im April 2019 in den Ruhestand gegangen und weiterhin freiberuflich als Supervisor tätig ist.

Neue Kommission vor drei Jahren ernannt

Einige Zeit nach der Seligsprechung der Emmerick 2004 hatte das Bistum zuvor die alte Kommission aufgelöst - denn ihr Ziel, die Seligsprechung, war erreicht. Vor drei Jahren wurde dann eine neue Kommission ernannt, die Pfarrer Nienhaus bisher kommissarisch geleitet hatte. Diese hat jetzt Karl Eisenbarth als Vorsitzenden.

Die fast 30 Jahre in der Jugendhilfe haben Eisenbarth nach eigener Aussage geprägt. „Und ich bin Christ. Deshalb bin ich mit zahlreichen Themen in Berührung gekommen. Viele Menschen haben Sehnsüchte und suchen ihre Wege, ohne vom Christsein zu wissen. Der Umgang mit ihnen hat mir gezeigt, dass es viele Wege gibt, Christ zu sein. Einen davon ist Anna Katharina gegangen“, berichtet er.

Eisenbarth möchte gemeinsam mit den anderen zehn Mitgliedern der Kommission, ihr Leben und Wirken in die heutige Zeit übersetzen. „Anna Katharina Emmerick war in ihrer Zeit, die durch die Säkularisierung geprägt war, ein Stein des Anstoßes. Aus dem Blickwinkel anderer hat sie ein eigenwilliges Leben gelebt, aber sie hat ihren Weg verfolgt. Sie ist autark und eigenständig geblieben. Gegen viele Widerstände ist sie in sich geblieben - und das als Frau in ihrer Welt und Zeit.“

"Mal sehen, wohin die Reise geht"

Es ginge der Kommission nicht vornehmlich darum, eine Heiligsprechung voranzutreiben, sondern um einen Denkprozess, ihr Leben und Wirken in die heutige Zeit zu übertragen, betont das Bistum in einer Mitteilung. „Mal sehen, wohin die Reise geht“, ist Eisenbarth gespannt.

Die ehrenamtliche Aufgabe, bei der er seine Denkprozesse als Christ einbringen könne, mache ihm Freude. „Bei dem Thema, was Anna Katharina Emmerick heute bedeutet, bewegen wir uns auf der Zielgeraden. Aber wo das Ziel ist, weiß man erst am Ende“, hält er fest. Ein Anlass, die Selige neu zu beleuchten, sei sicherlich auch ihr 200. Todestag am 9. Februar 2024.

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