Neue Regelung schadet dem Einzelhandel

Die Verkäufer sind fassungslos

Dülmen. Der Corona-Inzidenwert hat im Kreis Coesfeld die 50 unterschritten. Die Einzelhändler in Dülmen fühlen sich dagegen zurückgeworfen. Denn wer in ihren Geschäften einkaufen möchte, für den ist die Hürde nun noch höher als zuvor.

Christian Besse

Auch das Bekleidungsgeschäft Ahlert - hier Mitarbeiter Luca Stein - sah zu Beginn der neuen Regelung weniger Kunden. Foto: chrb

Bisher konnte jeder im Buch-, Parfümerie- oder Bekleidungsgeschäft einkaufen, der die Luca-App nutzte oder bereit war, sich mit seinen Daten in eine Liste vor Ort einzutragen. Damit ist es nun vorbei. Seit Samstag gilt die neue vom Land NRW verordnete Regelung, dass nur noch shoppen kann, wer geimpft, nach Corona gesundet oder tagesaktuell getestet ist.

Bedeutet: Wer nicht geimpft ist oder keine Erkrankung mit Covid 19 überstanden hat, muss vor dem Besuch im Geschäft einen Umweg über ein Testzentrum machen. Und wem das zu aufwendig ist, der bleibt zu Hause.

Weniger Kundschaft als zuvor

Die neue Regelung bekamen die Einzelhändler der Innenstadt sehr schnell zu spüren. „Am Samstag hatten wir 68 zahlende Kunden, am Samstag davor waren es 133 - fast doppelt so viele“, sagt Alexander Terlau, der Geschäftsführer von Bücher Sievert. Sein Mitarbeiter Jörg Schnittke ergänzt: „Wir hatten deutlich weniger Kunden als an anderen Samstagen, weil die Latte nun deutlich höher liegt. Das ist eine Verschlimmbesserung der bisherigen Regelung, die auch keiner verstehen kann.“

Sven Meyer, Mitarbeiter im Bekleidungsgeschäft Ahlert, wählt noch deutlichere Worte für die neuen Regeln: „Das fühlt sich für uns Händler wie ein A...tritt an. Das ist schon die vierte neue Regelung. Das versteht kein Kunde, das versteht keiner mehr. Am Freitag war unser Geschäft noch ganz gut gefüllt.“

"Ein klarer Rückschritt"

„Wenn man sich die stetig sinkenden Inzidenzwerte des ,gallischen Kreises Coesfeld‘ vor Augen, ist diese neue Regelung ein klarer Rückschritt“, sagt Alexander Terlau. „Die Kunden waren völlig unsicher, und wir zuächst auch - ,was dürfen wir nun, was dürfen wir nicht?“ Als ein kleiner Rettungsanker erwies sich die Alternative, die Kunden über den Dülmener Lieferservice zu versorgen. Doch die Laufkundschaft, die sonst durch den Laden schlendern will und dann doch ein Buch kauft, erreicht der Lieferservice nicht.

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