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Warum ein kleines Gotteshaus so eng mit einem Ort verflochten ist

Die Kapelle der Hiddingseler

Hiddingsel

Klein, aber oho: Das ist die Düpmanns Kapelle bei Hiddingsel. Eigentlich heißt die St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle - aber im Volksmund gibt es einen ganz anderen Namen.

Von Kristina Kerstan

Gerade bei Sonnenschein sorgen die bunten Fenster für ein stimmungsvolles Farbenspiel. DZ-Fotos: Foto: Kerstan

„Das ist eine Hiddingseler Kapelle.“ Sagt Marianne Düpmann. Und meint damit nicht die Lage des kleinen Gotteshauses kurz hinter dem Ortsschild. Sondern die besondere Verbundenheit der Dorfbewohner mit dem Kapellchen.

Das Kreuz? Gestiftet von einer Familie aus der Gegend. Die Madonna? Geschnitzt von einem früheren Nachbarn. Die Kerze? Gestaltet von einer Hiddingselerin. Nur der steinerne Heilige auf dem Altar - der ist bereits ziemlich rumgekommen.

Eng verbunden mit der Familie Düpmann

Ganz offiziell ist es die St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle, die Richtung Kanal, am Abzweig nach Senden, steht. Wobei dieser wohlklingende Name wohl den wenigsten Hiddingselern etwas sagen würde. Denn im Volksmund heißt es schlicht: Düpmanns Kapelle. Und das seit mittlerweile weit über 100 Jahren.

1875 hatte ein Vorfahr der inoffiziellen Namensgeberfamilie das Land mit der 1839 geweihten Kapelle (ein Vorgängerbau war zuvor abgerissen worden) gekauft und die Parzelle im Anschluss der Kirche gestiftet.

Heute ist es Marianne Düpmann, die regelmäßig die massive Holztür aufschließt. Hineingewehte Blätter auffegt, Staub beseitigt, für frische Blumen sorgt. Auch wenn die 71-Jährige weiß: Die wenigsten werden beispielsweise das hübsche Adventsgesteck auf dem Altar zu sehen bekommen. Denn seit dem Kreuz-Diebstahl 2010 ist die Kapelle in der Regel abgeschlossen.

Meist bleibt nur der Blick durchs Fenster

Wer einen Blick hineinwerfen will, dem bleiben (außerhalb von Maiandacht der Kolpingsfamilie, der Messe am Nepomuk-Gedenktag am 16. Mai und der Fronleichnamsprozession) nur zwei Rautenfenster in der Eingangstür.

Oder man macht es wie eine Warendorferin vor etlichen Jahren: Die rief vor ihrem Besuch extra bei den Düpmanns an und bat darum, die Kapelle aufzuschließen - das diese gerne taten.

Einen ausführlichen Bericht über den Rundgang durch Düpmanns Kapelle lesen Sie in der DZ-Ausgabe von Heiligabend.

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