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Dülmener Unternehmen holen Mitarbeiter nicht alle Tage zurück ins Büro

Corona etabliert Homeoffice

Dülmen

Noch bis zum 30. Juni gilt die von der Bundesregierung verordnete Regelung, die Arbeitgeber verpflichtet, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit auf einen Homeoffice-Platz anzubieten - sofern keine betrieblichen Gründe dagegensprechen. Wie handeln die Unternehmen diese Vorgaben in der Praxis? Und: Steht ein Ende von Homeoffice an, wenn die Coronazahlen weiter zurückgehen?

Von Christian Besse

Arbeitnehmer werden ihr Homeoffice bald mit ihrem klassischen Arbeitsplatz tauschen dürfen - oder müssen. Aber nicht alle Tage. Foto: dpa

„Unser Standort in Dülmen ist sehr produktionsbezogen“, sagt Marcus Heinrich, Geschäftsführer des Maschinenbauunternehmens Hazemag. Von den 150 Vollzeitmitarbeitern seien in der Hochzeit der Corona-Phase noch etwa 80 vor Ort gewesen. Das sei viel, betont Heinrich: In der Hazemag-Filiale in Düsseldorf seien in dieser Phase rund 90 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice gewesen.


Auch beim Düngemittelproduzenten Yara wird die Anzahl der Homeoffice-Mitarbeiter wohl bald wieder sinken. „Wir fangen jetzt damit an, den Anteil der Mitarbeiter vor Ort sukzessive wieder von 30 auf 50 Prozent zu erhöhen“, sagt Mitarbeiterin Inga Brinkmann. Die Abstimmung innerhalb des Teams läuft in Präsenz natürlich besser.“ Ohnehin habe es von vornherein Arbeitsbereiche bei Yara gegeben, in denen kein Homeoffice möglich gewesen sei, zum Beispiel der technische Bereich, das Labor oder das Gewächshaus.

Viel geht nicht von zu Hause aus


Bei der Firma Donaldson, das Filtrationssysteme und Ersatzteile herstellt, habe man schon im Februar 2020 damit begonnen, Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. so Marina Tewes-Golota, in dem Unternehmen mitzuständig für die Arbeitssicherheit. Dadurch sei etwa jeder zweite Büro-Arbeitsplatz vor Ort frei geworden. „Diejenigen, die blieben, waren vor allem Manager und Mitarbeiter in der Produktion. Von den Vertrieb-Mitarbeitern gingen alle ins Home Office.“ Im Sommer 2020 habe Donaldson dann geplant, die Mitarbeiter sukzessive wieder zurückzuholen, „für ein bis zwei Tage die Woche“, so Tewes-Golota. „Bevor wir mit den Planungen fertig waren, kam die dritte Welle.“ Aktuell sei vorgesehen, ab 1. Juli bisherige Homeoffice-Mitarbeiter für einen Tag in der Woche ins Unternehmen zu holen, außer Vertriebsmitarbeiter.


Auch bei den Banken gebe es „eine ganze Menge von Arbeiten, die man nicht von zu Hause aus erledigen kann“, so Robert Klein, Pressesprecher der Sparkasse Westmünsterland, „etwa Kundenberatung und -service“. Sein Kollege Thomas Borgert von der VR-Bank Westmünsterland: „Überall dort, wo es möglich ist, machen wir Homeoffice.“
Das Arbeiten zu Hause sei nun ohnehin im Kommen, sagt Hazemag-Chef Heinrich voraus: „Ich glaube fest daran, dass sich das Thema Homeoffice durch Corona nun fest etabliert hat. Man hat nun gesehen, dass man auch von Zuhause aus mit Kollegen kommunizieren und sogar Konferenzen abhalten kann.“

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