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Stadtverordnete macht als Unabhängige weiter und übt scharfe Kritik

Marén Ciliberto verlässt FDP-Ratsfraktion

Dülmen

Die FDP-Fraktion zählt nun statt drei nur noch zwei Mitglieder. Denn mit sofortiger Wirkung verlässt Marén Ciliberto die liberale Fraktion. Ihre Beweggründe? Massive inhaltliche und personelle Differenzen mit den Vorsitzenden der FDP-Ratsfraktion, sagt Ciliberto. Und auch bei der Corona-Politik wird sie deutlich.

Von Kristina Kerstan

Marén Ciliberto Foto: privat

Paukenschlag im Dülmener Rat: Mit sofortiger Wirkung verlässt Marén Ciliberto die FDP-Fraktion. Ihr Mandat wird sie behalten und künftig als Unabhängige der Stadtverordnetenversammlung angehören. Die liberale Fraktion schrumpft damit auf noch zwei Mitglieder, Christian Wohlgemuth und Ralf Schmidt.

„Meine Beweggründe sind massive inhaltliche und personelle Differenzen mit den Vorsitzenden der FDP-Ratsfraktion“, begründet Ciliberto ihren Schritt. „Politische Meinungsverschiedenheiten werden weder akzeptiert noch respektiert und von der Fraktionsspitze als innerparteiliche Kampfansage gesehen.“

Kritik an "Gutsherrenmanier"

Einige Themen hätten überhaupt nicht mehr Gehör gefunden. „Die persönlichen Machtkämpfe innerhalb des Vorstandes und der Fraktion lähmen eine realistische politische Arbeit im Sinne der Bürgerinnen und Bürger“, kritisiert die Dülmenerin.

Seit dem Frühsommer sei es wiederholt zu Konflikten innerhalb der Fraktion gekommen. Ciliberto, die 2018 in die Partei eingetreten war und zuvor als ein Gesicht der Bürgerinitiative mit den Liberalen zusammen erfolgreich gegen eine Sekundarschule gekämpft hatte, berichtet, dass früher „auf Augenhöhe“ diskutiert worden sei. „Im Laufe der letzten Wochen hat die Fraktionsspitze eine Gutsherrenmanier entwickelt, die ich mit dem freiheitlichen Grundsatz der Partei als unvereinbar ansehe“, so die Stadtverordnete, die von „fehlender Transparenz in Absprachen bezüglich der Ratsarbeit“ spricht.

"FDP hätte Dülmener Erklärung mittragen müssen"

Letzter Anstoß für ihren Austritt sei dann die aus ihrer Sicht „fehlende innerparteiliche ernsthafte Auseinandersetzungen in der Corona-Politik und ganz besonders der Montagsspaziergänge“ gewesen. „Die von der Stadt Dülmen und den anderen Ratsfraktionen initiierte Petition hätte von der FDP Dülmen 1:1 mitgetragen werden müssen“, betont Ciliberto, die selbst am vergangenen Freitag, dem Tag der Veröffentlichung, die Erklärung unterschrieb.

Auch zwei weitere liberale Ausschuss-Vertreter seien für eine Unterstützung der Erklärung gewesen. Die Dülmener Liberalen hatten jedoch am Ende eine Unterzeichnung abgelehnt und eine eigene Erklärung veröffentlicht (DZ berichtete). „Mir ist es wichtig, sich selber treu zu bleiben“, sagt Marén Ciliberto. Das könne sie in der FDP-Ratsfraktion derzeit nicht - daher der Austritt.

Parteiaustritt  erst einmal ausgeschlossen

Am Dienstag informierte sie Bürgermeister Carsten Hövekamp über ihren Schritt. Ihre Mitgliedschaft in Sozial- und Jugendhilfeausschuss werde sie weiterführen, so Ciliberto. Andere Ausschüsse wolle sie, wenn möglich, besuchen (das kann sie als Ratsmitglied, jedoch hat sie dann kein Stimmrecht). Einen Parteiaustritt schließt sie momentan aus. Die FDP sei weiterhin ihre Partei - „aber nicht die in Dülmen.“

Die Reaktion der FDP sowie einen Kommentar zum Thema lesen Sie in der Mittwochsausgabe der DZ.

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