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Warum die Briefwahl die Wahlbezirk-Ergebnisse etwas verzerrt

Auf der Suche nach der Hochburg

Dülmen

Die Ergebnisse der 22 Wahlbezirke haben bei der Bundestagswahl wenig Aussagekraft. Denn die Briefwahlstimmen werden, anders als bei der Kommunalwahl, nicht den Bezirken zugerechnet.

Von Kristina Kerstan

Bürgermeister Carsten Hövekamp zeichnete in der Augustinus-Schule Sabrina Brox (M.) und Katharina Langener für ihren mehrmaligen Einsatz bei Bundes- und Europawahlen aus. Foto: Stadt Dülmen

Die CDU-Hochburg heißt Merfeld. Die SPD konnte bei den Zweitstimmen am meisten im Bezirk Grenzweg/ Stolbergstraße punkten, die Grünen in Hausdülmen. Die FDP schafft ihr bestes Ergebnis hingegen am Raiffeisenring/ Hangenau/Dorfbauerschaft, einem der drei Bulderaner Wahlbezirke. Und die AfD erreicht am Butterkamp/Stockhover Weg sogar zweistellige Werte.

All das zeigt ein Blick auf die Ergebnisse in den 22 Wahlbezirken. Doch die Erkenntnisse sind aber längst nicht so aussagekräftig, wie bei der Kommunalwahl - wegen der Briefwahl.

Rücklauf-Quote von 97 Prozent

So sind in Dülmen bei der Bundestagswahl insgesamt 29.213 gültige Stimmen abgegeben worden. Von den 36.499 Wahlberechtigten gaben 29.450 Personen ihr Votum ab, mehr als die Hälfte per Briefwahl. So gingen 15.600 Briefwahl-Anträge bei der Stadt ein. In 15.150 Fällen kamen die ausgefüllten Stimmzettel zurück, was einer Rücklauf-Quote von 97 Prozent entspricht. Diese Briefwahlstimmen werden bei der Bundestagswahl auf die elf Briefwahl-Bezirke verteilt - bei der Kommunalwahl wurden sie hingegen auf das jeweils passende Wahllokal verteilt.

Weil es eben so viele Briefwähler gibt, fällt die Wahlbeteiligung in den einzelnen Bezirken deutlich geringer aus, sie schwankt zwischen 29,0 und 47,6 Prozent. Rechnet man die Briefwähler mit dazu, kommt Dülmen insgesamt auf 80,7 Prozent Wahlbeteiligung.

Was das jetzt für die Parteien bedeutet? Die Grünen beispielsweise kommen nur bei den Briefwählern auf 17,1 Prozent der Zweitstimmen, insgesamt erreichen sie 14,8. Die grünen Ergebnisse in den Briefwahl-Bezirken liegen im Schnitt ein paar Prozentpunkte über denen in den Wahlkreisen - es gab also viele grüne Briefwähler. Andersrum bei der AfD: Die schwankt bei den Briefwahl-Bezirken zwischen 2,6 und 3,9 Prozent - holte in den Wahlbezirken jedoch zwischen 3,8 und 11,3 Prozent. Das machte zusammengerechnet am Ende 5,2 Prozent.

Eine Wahlnachlese der Parteien bringt die Dülmener Zeitung in der Dienstagsausgabe.

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