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Drogenbesitz: Freiheitsstrafe auf Bewährung

Amtsrichter: „Eine Geldstrafe trifft Sie nicht“

Dülmen

Im Februar dieses Jahres verstieß ein 32-Jähriger aus Dülmen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Heute, am 18. August, wurde er deshalb zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.  

Von Christian Besse

Foto: dpa

Es war kurz nach 20 Uhr am 17. Februar dieses Jahres, einem Mittwoch, als die Polizei zu einer Bushaltestelle an der Münsterstraße gerufen wurde. Dort randaliere ein Mann, so die Nachricht. Am Einsatzort angekommen, fanden die Beamten einen sehr aufgebrachten Mann vor, der in einem fort geredet habe, so erinnerte sich gestern einer der beiden Polizisten vor dem Amtsgericht Dülmen.

Ihm schräg gegenüber saß der 32-jährige Dülmener, den die Polizisten an diesem Mittwochabend dann zur Wache mitgenommen hatten - nicht wegen der angeblichen Randale, sondern weil sie in seiner Umhängetasche Amphetamin- und Morphiumtabletten gefunden hatten.

Freiheitsentzug statt Geldstrafe

Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln wurde der einschlägig Vorbestrafte nun zu einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt, die zu einer dreijährigen Bewährung ausgesetzt wird.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 900 Euro beantragt, zu zahlen in Tagessätzen zu je zehn Euro, die Verteidigung 300 Euro. Dem wollte Amtsrichter Dr. Marc Büning nicht folgen: „Ich glaube, dass eine Geldstrafe Sie nicht erreicht, Sie nicht trifft“, wandte er sich in seiner Urteilsbegründung direkt an den Angeklagten. Zudem sei es unrealistisch, dass der berufsunfähige Dülmener, der laut seiner Bewährungshelferin unter Schizophrenie leidet, eine Geldstrafe zeitnah ableisten könne.

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