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Teile für den Neubach an der Sandstraße sind endlich da

Am Haken eine halbe Brücke

Hausdülmen

Das Aufatmen in Hausdülmen dürfte groß sein: Am Donnerstag sind endlich die lange erwarteten Teile für die neue Brücke am Heubach eingetroffen. Allerdings wird es trotzdem noch etwas dauern, bis der Neubau fertig ist.

Rund 66 Tonnen schwer ist dieses gewaltige Brückenteil, das vom Kranführer in Millimeterarbeit an seinen Platz über den Heubach manövriert wurde. Foto: Stadt Dülmen/Kannacher

„Um 9 Uhr war das zweite Teil vom Haken.“ Zufrieden blickt Polier Günter Telgen auf die beiden riesigen Brückenelemente, die ein 600-Tonnen-Kran am Donnerstagmorgen über dem Heubach eingehoben hat. Um 3 Uhr nachts war der lang erwartete Schwertransport mit den Betonteilen an der Sandstraße in Hausdülmen angekommen. Die vorbereitenden Arbeiten konnten in den frühen Morgenstunden beginnen.

Gegen 7 Uhr schwebt das erste der beiden rund 20 Meter langen und 66 Tonnen schweren Teile im Zeitlupentempo durch die Luft und landet schließlich punktgenau auf zwei schweren Stahlträgern an den Ufern des Baches.

"Millimeterarbeit für den Kranführer“

„Das ist Millimeterarbeit für den Kranführer“, weiß Günter Telgen von der Firma Oehm aus Meppen. Fasziniert beobachten einige Anwohner, wie sich rund zwei Stunden später auch das zweite Brückenelement auf seinen Platz senkt.

Erst am Mittwochnachmittag kam die Nachricht, dass die Betonteile tatsächlich am Donnerstag ankommen würden. Zuvor hatte sich der Termin für den Einhub immer wieder verzögert, da die Genehmigung für den erforderlichen Schwertransport von Emden nach Dülmen fehlte.

„Ich bin sehr froh, dass die Teile nun eingesetzt sind und dass es hier vor Ort nun weitergehen kann“, sagt Hausdülmens Ortsvorsteherin Gabriele Sondermann bei einem Besuch auf der Baustelle.

Und so geht der Brückenbau weiter

Nun beginnt die finale Phase des Projektes: Im nächsten Schritt werden die Widerlager auf beiden Seiten des Baches fertiggestellt – dort, wo derzeit noch eine mehrere Meter breite Lücke zwischen Brücke und Straße klafft. „Dafür wird zunächst die Bewehrung aus Stahl eingesetzt, bevor alles mit Beton verfüllt wird“, erläutert Luzian Brombosch, zuständiger Projektleiter vom städtischen Fachbereich Tiefbau.

„Die Brücke besteht aus drei Elementen – dem Überbau und zwei Widerlagern – die dann nach dem Betonieren zu einem Gesamtbauwerk verschmelzen.“ Die mehrere Meter tiefen Pfähle der alten Brücke werden für das provisorische Traggerüst, welches vorerst die Fertigteile trägt, wiederverwendet. „Wenn der Beton gegossen und ausgehärtet ist, können auch die provisorischen Stahlträger wieder entfernt werden“, so Luzian Brombosch.

Arbeiten dauern noch rund zwei Monate

Rund acht Wochen wird es noch dauern, bis wieder Fahrräder, Pkw und dann auch schwere Lkw, wie zum Beispiel moderne Feuerwehrfahrzeuge, über die neue Brücke rollen können. Während der vierwöchigen Trocknungszeit des Betons erfolgt u.a. die Herstellung der seitlichen Brückenbereiche.

„Die so genannten Brückenkappen tragen zum Schutz der Brückenkonstruktion bei und dienen zur Verankerung der Geländer. Außerdem werden durch sie die nötigen Versorgungsleitungen in Richtung Sportplatz geführt“, erläutert Luzian Brombosch.

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