22-Jähriger wegen Volksverhetzung verurteilt

AfD „rekrutierte“ in Wohngruppe

Dülmen. Ein Dülmener wurde gestern vom Amtsgericht Dülmen wegen Volksverhetzung verurteilt. Die AfD hatte ihn zuvor rekrutiert. Daraufhin träumte er von einer politischen Karriere in der Partei. Die wird sich voraussichtlich nicht erfüllen.

Jürgen Primus

Symbolbild Foto: dpa

Der Dülmener, der unter Betreuung steht, verbrachte viel Zeit im Internet und wurde anfällig für Rechtsradikale. Ende Oktober des vergangenen Jahres lud der Mann unter anderem ein Foto bei Instagram hoch, das einen dunkelhäutigen Mann mit nacktem Oberkörper vor einer Rinderherde und ein Sturmgewehr zeigt. Darunter steht: „Springt der N*** wild herum, schalt auf Automatik um.“

Für den Einzelrichter am Amtsgericht Dülmen ein klarer Aufruf zur Gewalt. „Ich habe mir da nichts bei gedacht. Zu der Zeit hatte ich den falschen Umgang“, erklärte der Angeklagte. Denn Mitglieder der AfD hätten den Mann, der gestern vor dem Amtsgericht wegen Volksverhetzung angeklagt war, bearbeitet.

Traum von Karriere

Ein Zeuge, der als Erzieher in der Wohngruppe des Angeklagten arbeitet, erklärte, dass man Handzettel der rechtsradikalen Partei beim Angeklagten gefunden habe, die dieser in Dülmen verteilen sollte. „Er war sehr leicht einzufangen und träumte von einer politischen Karriere in der Partei“, sagte der Zeuge, der erschüttert gewesen sei, dass die AfD zu solchen Mitteln greife, um Mitglieder und Handlanger zu rekrutieren.

„Er hat sich da mitreißen lassen.“ Weil der Angeklagte Jugendstrafen wegen Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstahls und sexuellen Missbrauchs hatte, ring der Einzelrichter mit sich, ob eine Geldstrafe noch einmal gerade so angemessen ist.

Startseite