Bundesrat
Abschuss von Wölfen wird leichter

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt. Allerdings können sie künftig leichter abgeschossen werden, wenn sie etwa Schafe gerissen haben.

Freitag, 14.02.2020, 12:09 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 17:33 Uhr
Wölfe können künftig nach Angriffen auf Nutztiere leichter abgeschossen werden.
Wölfe können künftig nach Angriffen auf Nutztiere leichter abgeschossen werden. Foto: Boris Roessler

Berlin (dpa) - Wölfe können künftig nach Angriffen auf Nutztiere leichter abgeschossen werden. Der Bundesrat stimmte am Freitag in Berlin einer neuen Regelung zu, die den Abschuss auch dann erlaubt, wenn nicht klar ist, welches Raubtier genau etwa Schafe gerissen hat - und zwar so lange, bis es keine weiteren Schäden mehr gibt.

Das Naturschutzgesetz wird zudem so umformuliert, dass auch Schäden bei Hobbytierhaltern die Jagd auf Wölfe rechtfertigen. Es bleibt aber dabei, dass jeder Abschuss einzeln genehmigt werden muss, denn Wölfe sind in Deutschland streng geschützt.

Jagdverband fordert weitere Schritte

Über den Kompromiss hatte die große Koalition lange gestritten. Vor allem Unionspolitiker pochten darauf, auch den vorsorglichen Abschuss zu ermöglichen, wenn noch kein Schaden entstanden ist. Seit der Jahrtausendwende gibt es wieder Wölfe in Deutschland, die sich ausbreiten und in manchen Regionen stark vermehren. Das Füttern und Anlocken von Wölfen wird nun ausdrücklich verboten und der Abschuss von Mischlingen aus Wölfen und Hunden in der freien Natur erlaubt.

Der Deutsche Jagdverband nannte den Beschluss «einen ersten Schritt in die richtige Richtung», es müssten aber weitere Schritte folgen. Der Verband fordert unter anderem «Wolfausschlussareale», also wolfsfreie Zonen, auf Deichen oder in urbanen Gebieten.

Zahlen zum Wolf in Deutschland

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  • Für das Monitoringjahr 2017/18 wurden nach Angaben der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes ( dbb-wolf.de ) in Deutschland 73 Wolfsrudel, 30 territoriale Paare und drei territoriale Einzeltiere nachgewiesen (Stand 01.11.2018). 

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  • Das Verbreitungsgebiet des Wolfsbestandes erstreckt sich von der Lausitz ausgehend nach Nordwesten bis nach Niedersachsen. Wolfsrudel wurden außer in Brandenburg (26) und Sachsen (18), auch in Sachsen-Anhalt (11), Niedersachsen (13), Mecklenburg-Vorpommern (4) und in Bayern (1) nachgewiesen. Mehrere dieser Rudel haben ihr Territorium grenzübergreifend in zwei oder sogar drei Bundesländern. Das Bild zeigt ein Rudel in einem Wildpark.

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  • Einzelne Nachweise von durchwandernden Wölfen gab es aus fünf weiteren Bundesländern: Baden-Württemberg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

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  • 266 Welpen wurden nachgewiesen, von denen 29 im selben Monitoringjahr tot gefunden wurden. Das Bild ist in einem Wildpark entstanden.

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  • Zwischen dem 1. Mai 2000 und dem 30. April 2018 wurden 249 Wölfe in Deutschland tot geborgen. 71 Prozent der Tiere kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 12 Prozent wurden illegal getötet, 10 Prozent starben an natürlichen Todesursachen und bei 6 Prozent der Totfunde blieb die Todesursache unklar. 1 Prozent wurde legal aus Managementgründen getötet.

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