Vorbei mit umsonst?
Girokonto-Gebühren überdurchschnittlich stark gestiegen

In Zeiten der Zinsflaute sind die meisten Banken und Sparkassen nicht mehr so großzügig was die Kontoführungsgebühren betrifft wie einst. Wird es noch teurer?

Mittwoch, 25.11.2020, 11:58 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 12:06 Uhr
Kontoführungsgebühren verschiedener Banken werden auf einem Handydisplay angezeigt. (Symbolbild).
Kontoführungsgebühren verschiedener Banken werden auf einem Handydisplay angezeigt. (Symbolbild). Foto: Jens Kalaene

Wiesbaden (dpa) - Die Gebühren fürs Girokonto sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Von 2015 bis 2019 summierten sich die Preissteigerungen auf 25 Prozent, wie die Wiesbadener Behörde jetzt mitteilte.

Allein im vergangenen Jahr mussten Bankkunden 4,7 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Die Inflationsrate insgesamt erhöhte sich 2019 dagegen nur um 1,4 Prozent.

In diesem Jahr setzte sich den Angaben zufolge der Kosten-Anstieg fort. So mussten Verbraucher im Oktober für das private Girokonto 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor bezahlen. Die Inflationsrate lag hingegen auch wegen der Senkung der Mehrwertsteuer in dem Monat bei minus 0,2 Prozent.

Eine Ursache für die seit 2015 im Schnitt kontinuierlich steigenden Gebühren dürften fehlende Einnahmen der Kreditinstitute aus Einlagen, Geldanlageprodukten und Darlehen sein, vermutete die Behörde. Lange verdienten Banken und Sparkassen gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparkunden zahlten. Doch die Differenz aus beidem, der Zinsüberschuss, schrumpft in der Zinsflaute. Parken Banken Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB), müssen sie zudem Strafzinsen zahlen, aktuell 0,5 Prozent. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, klagt die Branche über eine Milliardenbelastung.

Hatten Banken und einige Sparkassen das Gratiskonto früher gezielt zur Kundenakquise eingesetzt, zwingen auch höhere Kosten und teure Filialen die Institute zum Umdenken.

© dpa-infocom, dpa:201125-99-457174/2

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