Börse in Frankfurt
Dax startet mit Kursrutsch in den Mai

Frankfurt/Main (dpa) - Die Furcht vor einem Wiederaufflammen des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat den Dax am Montag auf Talfahrt geschickt. Als Belastung hinzu kamen die anhaltenden Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise.

Montag, 04.05.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 18:18 Uhr
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Der deutsche Leitindex schloss 3,64 Prozent tiefer bei 10.466,80 Punkten. Mit dem Kursrutsch zu Monatsbeginn verringerte sich der Erholungsgewinn des deutschen Leitindex seit dem Tief im virusbedingten Börsencrash Mitte März auf knapp 27 Prozent. Im Zuge des Absturzes im Februar und März hatte das deutsche Börsenbarometer zeitweise fast 40 Prozent eingebüßt. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Montag um 2,66 Prozent auf 22.431,37 Punkte abwärts.

Die Stimmung zwischen China und den USA wurde von wiederholten Vorwürfen des US-Präsidenten belastet. Donald Trump hatte am Freitag erneut behauptet, Hinweise zu haben, dass die Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Labor genommen haben dürfte; zudem drohte Trump mit neuen Strafzöllen. China wies die Anschuldigungen zurück.

Im Dax schlossen alle Aktien im Minus. Besonders hart traf es die Papiere des von der Corona-Krise schwer gebeutelten Triebwerkherstellers MTU, die am Index-Ende um mehr als neun Prozent einbrachen.

Im Fokus standen ferner Aktien aus der Stahlbranche. So brachen die Anteilsscheine von Thyssenkrupp am MDax-Ende um mehr als 14 Prozent ein. Durch die Corona-Krise verschlechtert sich die Lage bei dem angeschlagenen Stahl- und Industriekonzern deutlich. Für den Umbau steht deshalb voraussichtlich weniger Geld zur Verfügung als geplant. Als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax sackten die Papiere von Klöckner & Co um rund 13 Prozent ab. Der Stahlhändler hatte im ersten Quartal seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Der Mobilfunkanbieter Freenet hat im Zuge der Corona-Krise seine Dividende für 2019 gestrichen. Für die Papiere ging es um gut acht Prozent abwärts.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sackte um 3,81 Prozent auf 2816,48 Zähler ab. Der Cac 40 in Paris knickte um mehr als 4 Prozent ein, während der FTSE 100 in London nur leicht nachgab. Der britische Leitindex hatte die negative Börsenstimmung bereits am Freitag vorweggenommen, als die anderen großen europäischen Handelsplätze feiertagsbedingt geschlossen waren. In den USA verlor der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss knapp 1 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,50 Prozent am Donnerstag vor dem Mai-Feiertag auf minus 0,57 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,37 Prozent auf 145,53 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,07 Prozent auf 174,03 Punkte. Der Euro notierte fester. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0942 (Donnerstag: 1,0876) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9139 (0,9195) Euro.

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