EZB besorgt
Inflationsrate verharrt im November bei 1,1 Prozent

Die Verbraucherpreise steigen weiterhin nur moderat. Das freut die Konsumenten. Die Europäische Zentralbank sieht die Entwicklung dagegen mit Sorge.

Donnerstag, 12.12.2019, 10:38 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 10:40 Uhr
Mehr Geld ausgeben mussten Verbraucher unter anderem für Kaltmieten (plus 1,4 Prozent).
Mehr Geld ausgeben mussten Verbraucher unter anderem für Kaltmieten (plus 1,4 Prozent). Foto: arifoto UG

Wiesbaden (dpa) - Gesunkene Energiepreise entlasten die Budgets der Verbraucher und dämpfen die Inflation in Deutschland.

Die Jahresteuerungsrate lag im November wie schon im Vormonat bei 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Energie verbilligte sich um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Preisrückgang verstärkte sich damit weiter.

Deutlich weniger als ein Jahr zuvor mussten Verbraucher im November zum Beginn der Heizperiode für leichtes Heizöl (minus 21,9 Prozent) zahlen. Sprit verbilligte sich um 10,3 Prozent. Erdgas und Strom verteuerten sich hingegen. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im November bei 1,6 Prozent gelegen.

Mehr Geld ausgeben mussten Verbraucher für Nahrungsmittel (plus 1,8 Prozent) und Kaltmieten (plus 1,4 Prozent). Höhere Mieten schlagen besonders stark durch, da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden.

Im Vergleich zum Oktober 2019 sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,8 Prozent, so die Statistiker. Sie bestätigten mit den Angaben vorläufige Ergebnisse.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Dieses Ziel hat sie seit langem nicht mehr erreicht. Deshalb und zur Belebung der schwächelnden Konjunktur hat sie ihre Geldpolitik stark gelockert, zuletzt im September. Kritiker bezweifeln den Nutzen der zusätzlichen Lockerung und verweisen auf zahlreiche Risiken einer auf lange Zeit sehr lockeren Geldpolitik.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI für Deutschland, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, lag im November bei 1,2 Prozent. Im gemeinsamen Währungsraum stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistikamtes Eurostat im Vergleich zum Vorjahresmonats um 1,0 Prozent.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7127319?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819391%2F819395%2F
Nachrichten-Ticker